CH-Verlauf: Verluste leicht eingegrenzt – UBS weiter gesucht

Erneut seien es die industriellen Anleger, die das Geschehen dominierten, während sich die privaten Anleger weiter zurückhaltend zeigen würden, meinte ein Händler. Weitere Impulse dürfte im Verlauf die US-Handelsbilanz bringen.


Im Fokus stehen weiterhin UBS. «Die personellen Wechsel und die angekündigte Neupositionierung der UBS werden von den Anlegern geschätzt», meinte der Händler weiter. «Zudem hat die Ankündigung erneut Spekulationen um eine gänzliche Abspaltung der Investment-Sparte geweckt.»


Bis um 12.00 Uhr sinkt der SMI um 0,24% oder 17,41 auf 7’320,32 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI verliert 0,01% auf 1’098,90 Stellen, der breite SPI verliert 0,19% auf 6’117,01 Zähler.


UBS (+2,7% auf 23,80 CHF) notieren auch gegen Mittag weit oben in der SMI/SLI-Tabellenspitze. Dies obschon das ausgewiesene Quartalsergebnis im Urteil der Marktbeobachter eher enttäuschend ausfiel. Dass die UBS-Aktie trotz schlechter Kritik an den Zahlen mit Aufschlägen gehandelt wird, begründen Marktbeobachter mit den strategischen Massnahmen, die endlich eingeleitet wurden. Dies weise den Weg für eine Abspaltung der Investmentbank über mittlere bis lange Frist, auch wenn dies von der UBS heute noch dementiert werde.


CS (+0,5% auf 55,75 CHF) können mit UBS nicht ganz mithalten, Julius Bär (-0,7% auf 71,15 CHF) stehen gar im Minus.


Adecco (+0,6% auf 52,30 CHF) haben ihre Anfangsgewinne nach den Q2-Zahlen nicht ganz gehalten. Positiv überrascht zeigten sich Beobachter vor allem über die Margenentwicklung und die gute Profitabilität in Frankreich und Deutschland.


Auch Geberit (+1,6% auf 153,00 CHF) mussten ihre früheren Aufschläge teilweise wieder preisgeben. Die Kommentare zu den Zahlen sind durchwegs zufrieden bis begeistert. Geberit haben aber an den letzten fünf Handelstagen kräftig zugelegt, weshalb es zwischenzeitlich zu Gewinnmitnahmen gekommen ist, was das Papier vorübergehend gar ins Minus gedrückt hatte.


Bis auf Swiss Life (unv. auf 285,75 CHF) stehen die Versicherungen im Plus. Der heutige Konzernchef von Swiss Life, Rolf Dörig, wird ein Jahr früher als geplant die Nachfolge von VR-Präsident Bruno Gehrig antreten, welcher in den VR der UBS wechseln wird.


Grössere Gewinne gibt es für Clariant (+3,1% auf 10,62 CHF), die leicht von der Entspannung beim Ölpreis profitiert haben dürften.


Nestlé drücken mit Verlusten von 0,7% auf 48,94 CHF auf dem Gesamtmarkt. Im Zuge einer Branchenstudie hat Goldman Sachs das Kursziel für die Titel auf 51,90 (60,00) CHF gesenkt. Auch die schwergewichtigen Novartis (-0,6% auf 62,10 CHF) und Roche (-0,3% auf 185,80 CHF) belasten mit Abgaben.


Die grössten Abschläge gibt es derzeit für Petroplus (-3,4% auf 50,70 CHF). Der Titel profitiert damit kaum von einem verbesserten Anlagerating und einem erhöhten Kursziel durch die Credit Suisse.


Daneben verlieren auch ABB (-2,4% auf 26,56 CHF), Actelion (-2,6% auf 57,55 CHF) oder Nobel Biocare (-2,1% auf 37,04 CHF) deutlich. Nobel Biocare werden nach dem gestrigen Zahlenausweis durch diverse Kurszielsenkungen belastet.


Im breiten Markt legen Kardex (+2,1%), Interroll (+2,0%) und Schmolz + Bickenbach (+0,7%) nach soliden Halbjahreszahlen zu. Die grössten Aufschläge kommen aber ADB (+9,2%) zu; der Settop-Boxenhersteller hat mit dem Halbjahresausweis die Vorgaben der Analysten auf allen Ebenen übertroffen und die Guidance für das laufende Jahr erhöht. Schulthess (-0,7%) und BioXell (unv.) haben ihre frühen Gewinne hergegeben. Ebenfalls nach Zahlen verlieren Tornos 1,6%.


Rieter gewinnen im Vofeld der für Morgen angesagten Halbjahreszahlen 1,1%. Der Maschinenhersteller hat, wie am Vorabend bekannt wurde, weitere prominente Aktionäre gewonnen. Damit sei Anlass zu weiteren Spekulationen gegeben, hiess es im Handel. (awp/mc/pg/19)

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