CH-Verlauf: Weiter fest – Grosser Eurex-Verfall im Fokus

Dies verlautete aus Händlerkreisen. Wegen der mit dem Verfall noch verbundenen Unwägbarkeiten sei eine Prognose für den Gesamttag kaum möglich, meinen Händler. Bei einzelnen Titeln könne es den ganzen Tag zu Ausschlägen in die eine oder andere Richtung kommen, da Investoren noch versuchen dürften, über Geschäfte am Kassamarkt Gewinne im Termin- und Optionsgeschäft zu erzielen bzw. Verluste einzugrenzen.


Kurz nach Mittag steht das Blue-Chips-Barometer SMI 0,96% fester bei 5’428,58 Punkten (bisheriges Tageshoch 5’442). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legt 0,90% auf 815,21 Punkte zu und der SPI 0,90% auf 4’675,15 Punkte.


Insgesamt ist die Nachrichtenlage zum Wochenschluss sehr dünn. Neben dem Eurex-Verfall gibt es vor allem noch Einstufungen und Kommentare von Analysten, welche einzelne Titel etwas bewegen.


Ganz klar an der Spitze der 30 grössten Titel liegen die Aktien des Medizinaltechnik-Unternehmens Synthes (+3,9% auf 109,20 CHF). Verteidigende Kommentare aus dem Hause Bernstein Research zögen aggressive Käufe aus dem Ausland nach sich, heisst es im Handel. Gespräche mit amerikanischen Traumachirurgen seien ermutigend verlaufen. Das Bankinstitut empfiehlt die Papiere weiterhin mit «Outperform» und einem 135 CHF lautenden Kursziel zum Kauf.


Überdurchschnittlich tendieren auch die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Swatch (+2,7%) und Richemont (+2,8%). Marktbeobachter führen die gestiegene Nachfrage vor allem auf Konjunkturhoffnungen zurück, von denen derzeit auch einige weitere zyklische Werte profitieren. Unterstützt würden die Avancen der Uhren-Titel aber auch durch die Umstufungen der ZKB auf neu «Übergewichten» von «Marktgewichten» für Swatch bzw. auf neu «Übergewichten» von «Untergewichten» für Richemont.


Hochgestuft hat die ZKB auch die Aktien des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (+2,4%). Mit einer abgespeckten Bilanz und einer erfolgreichen Integration der vor einiger Zeit übernommenen Quest habe das Unternehmen alle Trümpfe in der Hand, von der klaren Marktführerschaft in einer attraktiven Industrie zu profitieren, kommt der zuständige Analyst in einer Studie zum Schluss.


Auf der anderen Seite leiden die Aktien der UBS (-2,7%% und damit grösster SMI-Verlierer) unter verschiedenen negativen Kommentaren. Die Bank Vontobel etwa hat die Aktien auf «Hold» zurückgestuft, vor allem weil ein hoher Grad an Ungewissheit bezüglich der Themen Bundesbeteiligung an der Grossbank und Prozess in den USA bestehe. Auch die holländische ING glaubt nicht, dass die Aktie in nächster Zeit zu den Gewinnern gehören wird. Von Umschichtungen aus UBS können dagegen die Aktien der CS (+1,6%) profitieren.


Der Versicherer ZFS (+1,7%) hat am Morgen verlauten lassen, dass sich die Solvenz-Position in den letzten Monaten weiter verbessert habe und dass die vorläufige Gruppensolvabilität per Ende Mai mehr als 180% betragen habe. ZFS sei bezüglich Bilanzschutz – einem für die gesamte Branche nach wie vor zentralen Thema – gut geführt, meint man denn auch dazu bei der Bank Vontobel.


Roche (+0,4%) verteuern sich laut Händlern nach Gerüchten, wonach bald mit starken Testresultaten für das Krebsmedikament Avastin im Bereich Darmkrebs zu rechnen sei. Die anderen grosskapitalisierten Titel Nestlé (+2,2%) und Novartis (+0,3%) können ebenfalls zulegen, wenn auch in sehr unterschiedlichem Mass.


Im breiten Markt profitieren u-blox (+1,9%) von einem Auftrag aus Korea. Weiterer Kundenerfolg für die Thalwiler Chipherstellerin und ein zusätzlicher Beweis für die Konkurrenzfähigkeit der Produkte, heisst es dazu bei Wegelin. Dätwyler (+4,5%) legen nach einem CEO-Interview im Anlegermagazin Stocks etwas zu. Bei PSP (-5,1%) sind die Kursrückschläge vor allem mit der heutigen Nennwertrückzahlung zu erklären. (awp/mc/ps/17)

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