CH-Verlauf: Weiter leicht fester – Zykliker gesucht

Insgesammt stimme die Entwicklung aber zuversichtlich, seien doch die jüngsten Ängste etwas abgebaut worden und würden sich Optimisten und Pessimisten ungefähr die Waage halten, hiess es weiter.


Die eigentliche Nagelprobe stehe allerdings noch an. Es würde sich nämlich erst gegen Ende 2010 und im 2011 zeigen, ob sich die Realwirtschaft erhole. Denn dannzumal sollten sich die Sparbemühungen der Regierungen, über die bisher lediglich gesprochen werde, auswirken, sagte der Händler weiter. Vor diesem Hintergrund dürfte sich der SMI kaum über die Marke von 7’000 Punkten erholen, sondern wohl eine Etage tiefer tendieren. Im Tagesverlauf dürfte sich der Markt bis zur Publikation der US-Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr mehr oder weniger auf höherem Niveau seitwärts bewegen.


Das Blue-Chips-Barometer SMI gewinnt bis um 11.45 Uhr um 0,68% auf 6’462,68 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt um 0,84% auf 986,20 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,83% auf 5’684,48 Punkte.


Unter den SMI-/SLI-Titeln fallen weiterhin vor allem konjunktursensitive Werte durch prozentual grössere Kursgewinne auf. Adecco (+3,0%) führen die Gewinnerliste an. Im Handel wird auf Deckungskäufe vor dem US-Arbeitsmarktbericht verwiesen. Weitere, deutlich überproportionale Gewinner sind Givaudan (+2,8%), Clariant (+1,9%), Petroplus (+1,9%), Logitech (+1,8%) oder ABB (+1,8%).


Geberit (+1,1%) legen unter anderen auch leicht deutlicher zu. CEO Albert Baehny macht die Euro-Schwäche «keine Kopfschmerzen». Man spüre die jüngste Abschwächung des Euro lediglich bei der Umrechnung des Umsatzes in Franken, die Gewinnmargen werden davon nicht betroffen, sagte der CEO im Interview mit AWP. Baehny bestätigte im Weiteren die im April abgegebenen Prognosen für 2010.


In Richemont (+1,1% auf 40,19 CHF) hat die Citigroup ihre «Buy»-Empfehlung bestätigt und dabei das Kursziel auf 46,00 CHF von 42,00 CHF erhöht. Swatch (+0,4%) können nicht mithalten.


Die Finanzwerte hinken hintennach. So avancieren Swiss Re (+0,9%), CS (+0,8%), ZFS (+0,8%) oder UBS (+0,7%) in etwa durchschnittlich.


Auch die defensiven Novartis (+0,8%) und Roche GS (+0,7%) legen ähnlich zu. Nestlé (+0,1%) sind kaum gesucht und bremsen. Roche-VRP Franz Humer will weiterhin «strategisch sinnvolle» Akquisitionen in den Bereichen Pharma und Diagnostika tätigen. «Wir haben genügend Cash für kleinere Akquisitionen, ohne unser Credit Rating zu belasten», sagte Humer in einem Presse-Interview.


Für Swisscom (+0,8%) dürfte sich gemäss Marktbeobachtern nach der gescheiterten Fusion von Orange und Sunrise die Konkurrenzsituation etwas verschärfen und der Regulierungsdruck hoch bleiben.


Einziger Verlierer im SMI/SLI sind Synthes (-1,2%). Der Branchennachbar Nobel Biocare (+0,1%) legt hingegen minim zu.


Im breiten Markt finden heute nach einem weiteren Auftrag aus China Meyer Burger (+3,4%) vermehrt Beachtung. u-blox (+8,0%) reagieren – wie üblich – stark auf Produktnews. Dieses Mal ist es eine neue GPS-Lösung.


In Partners Group (+1,4% auf 135,60 CHF) hat die Credit Suisse das Kursziel deutlich auf 147 CHF von 121 CHF erhöht.


Coltene (+6,2% auf 60 CHF) profitiere von einer Heraufstufung auf «Buy» der Bank Vontobel mit einem Kursziel von 75 CHF, so Marktbeobachter.


Mindset (+8,3% auf 3,90 CHF) nähern sich zaghaft an den im Rahmen einer gestern bekannt gegebenen Privatplatzierung erzielten Preis von 4,50 CHF. (awp/mc/ps/13)

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