CH-Verlauf: Weiterhin fester – Warten auf US-Konjunkturdaten

Händler machten einerseits Short-Eindeckungen für die gute Entwicklung verantwortlich. «Andererseits sind es Käufe von Investoren, denen die Performance wegläuft», sagte einer.


Die europäischen Börsen profitieren am Donnerstag von den guten Vorgaben aus den USA und Japan, nachdem die US-Notenbank (Fed) am Vorabend den Konjunkturpessimismus etwas lindern konnte. Nach den Einschätzungen des Fed haben sich die Konjunkturaussichten seit März aufgehellt. Die US-Wirtschaft sei zwar weiter geschrumpft, das Tempo der Abschwächung habe sich jedoch offenbar verlangsamt, hiess es. Zudem unterstützten zum Teil positive Quartalsberichte aus Europa die Kurse. Aus der Schweiz gab es dagegen kaum wichtige Unternehmensnachrichten. Am Nachmittag dürften US-Konjunkturdaten insbesondere zum Arbeitsmarkt dem Geschehen Impulse verleihen.


Bis um 12.05 Uhr steigt der SMI um 88,89 Punkte oder 1,73% auf 5’241,61 Zähler. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI legt um 2,12% auf 788,95 Stellen zu und der SPI um 1,66% auf 4’496,81 Punkte.


UBS (+5,7% auf 15,94 CHF) halten sich nach wie vor an der Spitze des Bluechips-Segments. Aber auch Julius Bär (+4,2% auf 38,04 CHF), ZFS (+2,9% auf 211,80 CHF) oder Swiss Life (+2,9% auf 88,75 CHF) werden bei den Finanztiteln verstärkt nachgefragt. Gestern verbuchten Swiss Life noch Kurseinbussen, nachdem der Talanx-CEO in einem Interview der Vollübernahme des Schweizer Lebensversicherers eine Absage erteilt hatte.


CS werden heute mit 0,10 CHF ex-Dividende gehandelt und können dennoch um 2,4% oder 1,04 CHF auf 44,94 CHF zulegen. Am Mittwoch-Nachmittag sorgte die Bank mit der Emission diverser Anleihen in CHF und anderen Währungen am Bond-Makt für Aufsehen. Heute gab sie zudem bekannt, dass der 30%-Anteil am koreanischen Joint Venture Woori Finance verkauft wurde.


Zu den grössten Gewinnern gehören nebst Finanzwerten auch Aktien wie Petroplus (+4,1% auf 19,76 CHF), Givaudan (+3,8% auf 719,50 CHF), Holcim (+3,3% auf 58,50 CHF) oder OC Oerlikon (+3,9% auf 66,00 CHF). Dabei handelt es sich um Titel, die von konjunkturellen Schwankungen verstärkt in Mitleidenschaft gezogen werden können.


Die Aktien der Pharmaschwergewichte Novartis (+2,8% auf 43,90 CHF) und Roche (+1,6% auf 146,00 CHF) legen ebenfalls gut zu. Eine Studie hat für den Grippeimpfstoff Aflunov von Novartis positive Ergebnisse gezeigt. Der Konzern werde die neuen Erkenntnisse nutzen, um einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe zu entwickeln, hiess es.


Auf der Verliererliste sind Nobel Biocare (-3,9% auf 23,04 CHF). Die Titel des Dentaltechnikunternehmens habe gestern nach Quartalszahlen um fast 10% zugelegt. Heute werden die Gewinne teilweise wieder mitgenommen. Geberit (-0,5% auf 123,40 CHF) geben nach dem mässigen Quartalsergebnis von gestern weiter Terrain preis. Dies obwohl verschiedene Analysten die Kursziele sowohl für Nobel Biocare als auch für Geberit angehoben haben.


Nestlé verlieren derweil 0,6% auf 37,20 CHF.


Im breiten Markt steigen Basilea um 1,0%. Die britische Gesundheitsbehörde hat für das Medikament Toctino eine vorläufige Empfehlung abgegeben. In Myriad (+1,7%) sind die Gewinne im Handelsverlauf zurückgenommen worden. Die frühere Esmertec hat Veränderungen im Verwaltungsrat angekündigt.


Addex (+5,2%) legen weiterhin stark zu, nachdem der Migräne-Wirkstoff ADX10059 (mGluR5 NAM) in der «Proof of Concept»-Studie erfolgreich getestet worden ist. Der positive Weko-Entscheid zur Sun Store-Übernahme lässt Galenica mittlerweile um 2,6% ansteigen.


Auf der Gegenseite büssen AFG 7,0% ein. Das Unternehmen gab den Abschluss der Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von 113,4 Mio CHF bekannt. Heute ist der erste Handelstag der neuen Aktien. BCV liegen nach Quartalszahlen mit 3,6% im Minus. Die Analystenerwartungen wurden verfehlt.


Comet (+1,8%) hat sich dagegen in die Gewinnzone vorgearbeitet. Das Freiburger Industrieunternehmen gab die Schliessung des Standortes Garbsen und die Verlagerung von Aktivitäten bekannt. (awp/mc/pg/20)

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