CH-Verlauf: Weiterhin schwächer – Gewinnmitnahmen belasten

Insbesondere Gewinnmitnahmen würden derzeit das Bild prägen, hiess es. Am Markt frage man sich, ob nach der Börsenhausse der vergangenen Wochen mit einer grösseren Korrektur zu rechnen ist.


Ein Händler sieht im momentanen Rückgang eher eine temporäre Korrektur. «Dies ist nach den Avancen sicher auch nötig.» Ein grosser Rückschlag sei erst dann zu erwarten, wenn sich die Angaben zu der konjunkturellen Entwicklung massgeblich verschlechtern und der SMI auf unter 5’900 Punkte sinken würde. Heute Nachmittag könnten einige Konjunkturdaten darüber Aufschluss geben (MBA/Zahl der Hypothekenanträge, ADP-Arbeitsmarktbericht, Produktivität ex Agrar, Auftragseingang Industrie).


Das SMI-Index der Blue Chips gibt bis um 12.00 Uhr um 0,78% auf 6’080,26 (Tiefst: 6’073,51) Punkte nach. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 1,31% auf 929,85 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,82% auf 5’230,66 Punkte.


Weiterhin in der hinteren Tabellenregion im SMI/SLI stehen Swiss Re (-4,5%). Die Credit Suisse habe die Kaufempfehlung für die Konkurrentin Munich Re bestätigt, was Swiss Re belasten dürfte, so ein Händler. Ausserdem leiden Swiss Re und die anderen Finanzaktien unter den schwachen Vorgaben aus den USA. So geben Swiss Life um 3,5%, UBS um 2,6% oder Julius Bär um 2,3% nach.


Bei OC Oerlikon (-4,5%) hält der gestrige Abgabedruck an. Spekulationen um eine baldige Kapitalerhöhung würden zu den Kursverlusten führen, heisst es am Markt. Bei Logitech (-2,7%) hinterlassen die negativen Vorgaben des US-Technologiesektors Spuren und die Aussagen von CEO Gerald Quindlen in einem Interview wirken kaum unterstützend. Quindlen erklärte, dass noch im laufenden Quartal mit der Rückkehr in die Gewinnzone zu rechnen sei. Damit bestätigte er bereits im Juli gemachte Angaben. Ausserdem werde Logitech demnächst einen neuen Finanzchef präsentieren können.


Sehr schwach notieren etwa auch noch Titel wie Clariant (-4,6%), Petroplus (-3,2%), Swatch (-3,0%) oder Richemont (-1,8%). Für Richemont hat Société Générale die Verkaufsempfehlung bestätigt.


Holcim (-1,8%) und ABB (-1,2%) verlieren trotz Ratingerhöhungen um über ein Prozent. Holcim wurden von Morgan Stanley auf «Equalweight» von «Underweight» angehoben. Die UBS stufte ABB auf «Neutral» von zuvor «Sell» hoch.


Relativ gut halten sich im schwachen Marktumfeld die defensiven Schwergewichte Nestlé (+0,1%), Novartis (-0,04%) oder Roche (-0,2%).


Im breiten Markt brechen Bobst nach Halbjahreszahlen um 6,6% ein, allerdings tendierten die Titel zeitweise mit über 10% im Minus. Der Verpackungsmaschinen-Hersteller litt stark unter der Wirtschaftskrise und publizierte tiefrote Zahlen. Der Verlust war fast drei Mal so hoch wie von Analysten erwartet.


Gottex haben dagegen die Abgaben ausgebaut und verlieren nach der H1-Publikation nun um 11,7%. Der Hedge-Funds-Spezialist muss einen Gewinnrückgang um 74% verkraften.


Weniger deutlich geben Dufry (-1,6%) nach Zahlen ab. Der Umsatz lag über, der Reingewinn dagegen leicht unter den Erwartungen.


Auf der Gegenseite klettern u-blox mit 10,4% in die Höhe. Das Technologieunternehmen hat die neue Halbleiter-Plattform «u-blox 6» am Markt eingeführt. Dies zeige einmal mehr die Innovationskraft von u-blox, hiess es am Markt. (awp/mc/pg/19)

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