CH-Verlauf: Weiterhin wenig verändert – Novartis-Gewinne stützen

Der Blick der Anleger richte sich nun nach Amerika, wo am Nachmittag mit der Zweitveröffentlichung des US-BIP und der zweiten Umfrage der Verbraucherstimmung der Universität Michigan August neue Konjunkturdaten anstehen. Falls es zu Revisionen komme, sei mit negativen Überraschungseffekten zu rechnen, heisst es. Mit Spannung werde auch die Rede von Fed-Chef Ben Bernanke erwartet, die Aufschluss über die wirtschaftliche Lage der USA geben könne.


Um 12.00 steht das Blue-Chips-Barometer SMI kaum verändert bei +0,06% auf 6’135,38 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) fällt leicht um 0,15% auf 928,88 Zähler. Der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum steigt um 0,04% auf 5’424,05 Punkte.


Novartis (+1,3%) stützen den Gesamtmarkt mit Aufschlägen und etablieren sich dabei als grösste Kursgewinner im SMI/SLI. Der Pharmakonzern hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für das Blutdruckmittel Tekamlo erhalten. In der Schweiz hat Swissmedic ausserdem die Zulassung für Tasigna zur Behandlung von Erwachsenen mit einer bestimmten Art von Leukämie erteilt. Beide Nachrichten kämen nicht besonders überraschend, kommentieren Marktbeobachter. Etwas Schwung erhalten die Novartis-Titel ausserdem durch eine Ratingerhöhung auf «Buy» von «Reduce» durch Kepler.


Die Titel der Branchenkollegin Roche (-0,5%) zeigen sich dagegen klar im negativen Terrain. Der Pharmakonzern hat von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA einen ablehnenden Bescheid für ein beschleunigtes Zulassungsgesuch des Medikaments T-DM1 zur Behandlung von metastatischem Brustkrebs erhalten.


Die ebenfalls schwergewichtigen Nestlé (+0,2%) zeigen sich am Tag nach dem Verkauf des verbliebenen Alcon-Anteils an Novartis leicht fester. Kepler hat die Valoren der Nestlé in die «European Alpha List» genommen. Sie ersetzen in der Liste die Papiere von Unilever. Der jüngst abgeschlossene Verkauf von Alcon reduziere die Unsicherheiten, heisst es.


Neben Novartis notieren Geberit (+0,6%), Swatch (+0,4%), SGS (+0,4%) oder Holcim (+0,4%) an der Spitze des SMI/SLI.


Auf der Gegenseite halten Petroplus (-2,3%) die rote Laterne, dicht gefolgt von den stets volatilen Transocean (-2,2%). Petroplus weiten damit die Verluste der letzten Tage weiter aus. Den Grund für die Abgaben orten Beobachter in einer neue Studie der ZKB. Darin kommen die Analysten zum Schluss, dass eine kurzfristige Kapitalerhöhung nicht ganz auszuschliessen sei.


Im unteren Tabellendrittel notieren auch einige Finanzwerte wie Bâloise (-0,7%), CS (-0,7%), UBS (-0,5%) oder Julius Bär (-0,5%). Für Bâloise haben die Analysten von JPMorgan und UBS im Nachgang an die Zahlenpublikation des Vortages Kurszielanpassungen vorgenommen. Der wichtigste Punkt bei der Zahlenvorlage sei gewesen, dass Bâloise mit Blick auf 2012 nicht lediglich Kosten einsparen sondern auch im Nichtleben-Geschäft ein überdurchschnittliches Wachstum erreichen wolle, heisst es bei JPMorgan. Etwas besser halten sich dagegen Swiss Re (-0,2%), ZFS (+0,1%) und Swiss Life (+0,1%).


Am breiten Markt verlieren Vetropack (-7,1%), SPG (-6,5%), Adval Tech (-6,3%), Nebag (-2,1%) oder Cicor (-2,3%) nach Zahlen. Intershop legen dagegen nach der Halbjahrespublikation um 1,0% zu. Elma und Alpine Select sind – ebenfalls nach Zahlen – noch nicht gehandelt.


Basilea (+5,6%) avancieren nach der Bekanntgabe einer Vertriebsvereinbarung für Toctino in Kanada. Im Rahmen der Vereinbarung hat Basilea Anspruch auf Vorab- und Meilensteinzahlungen von gesamthaft bis zu etwa 3,7 Mio CAD. Analysten sprechen von einem «unbedeutendem» Umfang der Transaktion. (awp/mc/ss/24)

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