CH-Verlauf: Zurück in der Gewinnzone

Die Sitzung werde von einer Fülle von Unternehmenszahlen weltweit dominiert, hiess es im Handel.


Am Nachmittag wird die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf sich ziehen. Volkswirte erwarten, dass die Währungshüter ihr Leitzinsniveau unverändert lassen werden. Damit komme dem die Entscheidung begleitenden Kommentar besondere Bedeutung zu.


Der SMI steht um 12 Uhr 0,20% oder 14,41 Punkte höher auf 7’223,75 Einheiten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,62% auf 1’085,08 Punkte, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,42% auf 6’048,13 Zähler.


Nestlé reduzieren nach Quartalszahlen ihre Verluste und stehen noch 0,7% tiefer auf 46,84 CHF. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern vermochte die Analystenschätzungen zu erfüllen oder gar zu übertreffen, als Schwachpunkt wurde indes das interne Realwachstum ausgemacht, das mit 3,5% hinter den erwarteten 4,1% zurückblieb. Grund für die anfängliche höheren Verluste dürften Gewinnmitnahmen nach den Kursavancen der vergangenen Tage gewesen sein, heisst es in Marktkreisen.


Der Raffineriekonzern Petroplus (Aktie: +7% auf 48,88 CHF) lag mit seinen Zweitquartalszahlen auf allen Ebenen klar über den Markterwartungen. Auch unter Einrechnung der Aufwertungsgewinne auf Lagerbeständen habe das Resultat überzeugt, sagten Marktbeobachter. Petroplus hatten bereits im Vorfeld der Quartalspräsentation Boden gut gemacht, doch angesichts des nach wie vor deutlichen Rückstands auf die Höchstkurse bestehe weiter Raum für Anschlusskäufe.


Die Titel des Dentalimplantateherstellers Nobel Biocare gehören mit plus 1,7% auf 35,54 CHF zu den grösseren Gewinnern im SMI-Tableau. Sie profitieren von den laut Analysten «hervorragenden» Zahlen der Branchennachbarin Straumann für das erste Halbjahr 2008. Die im SPI eingeschlossenen Straumann-Titel steigen um 8,3% auf 283,75 CHF.


Mit deutlichen Aufschlägen präsentieren sich zum Mittag nun auch verschiedene Zykliker wie ABB (+2,4% auf 27,82 CHF), Holcim (+2,9% auf 78,40 CHF) und Adecco (+1,3% auf 51,50 CHF). Letztere stehen im Fokus, nach dem Standard Life, ein Grossaktionär des britischen Personaldienstleisters Michael Page, am Vorabend dem von Adecco umworbenen Unternehmen seinen Beistand signalisiert hatte.


Die Versicherer stehen hingegen unter dem Vorbehalt der aktuellsten Ereignisse: Gestern Nacht publizierte der weltgrösste Versicherer AIG eine Gewinnwarnung. Die Amerikaner mussten im zweiten Quartal angesichts hoher Verluste der Investments nochmals 11 Mrd USD abschreiben. In der Folge hinken ZFS (-0,1% auf 283,75 CHF) und Swiss Re (-0,1% auf 69,10 CHF) dem Markt hinterher.


Die Bankbranche sieht ein unverändertes Vorzeichen bei Credit Suisse (55,60 CHF), während sich UBS nach einem schwachen Start deutlich erholt haben und mittlerweile 3,7% höher auf 22,64 CHF stehen.


Die defensiven Pharmaaktien Roche (-0,8% auf 189,50 CHF) und Novartis (-0,2% auf 61,35 CHF) verbreiten heute zu wenig Charme, um eine Käuferschaft anzulocken.


Aus dem breiten Markt haben ferner Bucher (Aktie: -2,8%) starke Halbjahreszahlen vorgelegt. Der Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen konnte in allen Divisionen die Marge stärken.


Die Halbjahreszahlen vom Lem (Aktie: +2,2%) werden als «solide» bezeichnet. (awp/mc/pg/22)

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