Chinesische Provinzhauptstadt Hangzhou wirbt in Dubai um Investoren

von Gérard Al-Fil


Einen Monat nach dem ersten Staatsbesuch eines Regierungschefs der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in der Volksrepublik China seit 1990, bereist dieser Tage eine Wirtschaftsdelegation der Provinzhauptstadt Hangzhou das Golfemirat Dubai. Die Chinesen werben um Investitionen für ihre von der Schwerindustrie, der Informationstechnologie und dem Tourismus geprägte gelegene Provinz Zheijing (rund 50 Millionen Einwohner) am Jangtse-Fluss. 2007 betrug der Nicht-Ölhandel zwischen den VAE und China 19 Milliarden Dollar. Damit ist das «Reich der Mitte» der zweitgrösste Handelspartner der Golfemirate.


Eine Milliarde Emirate-Dollar in China
Die Emirate haben 2007 umgerechnet eine Milliarde Dollar in China investiert. Die Volksrepublik würde gerne mehr davon sehen. Hangzhou eigne sich mit seiner Nähe zur Hafenstadt Shanghai hervorragend als Warendrehkreuz und für Investments in den Textil-, Technologie- und dem Konsumsektor. Von 2001 bis 2006 stiegen die ausländischen Direktinvestitonen (FDI) in die Provinzhauptstadt um 44% pro Jahr. 2006 betrugen die FDI 2.26 Mrd. Dollar. Hangzhou beheimatet 53 Unternehmen der Fortune 500-Liste, darunter Motorola, Merck, Siemens, Bosch, Toshiba und Panasonic. Der Botschafter der Volksrepublik China in den Emiraten, SE Yusheng Gao warb mit einer chinesischen Weisheit für die Hangzhou: «Es gibt einen Himmel und es gibt eine Erde. Der Himmel auf Erden heisst Hangzhou.»


Der Chef der Hhangzhou-Delegeation HE Wang Guoping und Hassan al-Hashemi, Direktor für auswärtige Beziehungen der Dubai Handelskammer «The Chamber» unterzeichneten heute im Shangri-La-Hotel von Dubai eine Absichtserklärung für regelmässige Wirtschaftsforen.


Chinatown in Dubai
In Dubai befindet sich bereits eine starke chinesische Präsenz. Derzeit seien in Dubai 888 chinesische Firmen ansässig, doch muss hier der Verdacht aufkommen, dass diese Zahl zurechtgebogen wurde, damit die chinesische Glückzahl drei Mal in Folge erscheint und um so die sino-emiratischen Beziehungen unter einem guten Stern zu stellen. Im Stadtteil Deira am Meeresarm Creek hat sich eine Art China-Town in Dubai etabliert, mit zahlreichen Retailern und Gastronomiebetrieben. Aufgrund ihrer Arbeitsdisziplin und ihrer Beziehungspflege verdrängen die Chinesen mehr und mehr die indischen Krämer aus Deira.

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