Chinesischer Finanzkonzern ICBC steigert Gewinn um 36 Prozent

von Gérard Al-Fil
Der Gewinn pro ICBC-Aktie, kotiert an den Börsen Hongkong und Shanghai, kletterte um 53 Prozent auf 0,33 Yuan. Die Bank erklärte, sie musste 1,9 Mrd. Dollar wegen fauler Hypotheken-Kredite in den USA abschreiben. Ausserdem halte man Wertpapiere in Höhe von 1,64 Mrd. Dollar der im Juli 2008 de facto bankrott gegangen und mittlerweile quasi-verstaatlichten Hypthokar-Riesen Fannie Mae und Freddie Mac. Die Kapitalquote sank leicht von 13,09 auf 13,06 Prozent. ICBC erhielt im September 2008 eine Lizenz zur Filialgründung in New York, und sie will international weiter expandieren. Im Mittleren Osten finanziert ICBC verstärkt Projekte im Öl- und Gasgeschäft. Dort ist das chinesische Geldhaus seit Oktober 2008 im Finanzzentrum DIFC in Dubai ansässig.


Weitere ausländische Banken reduzieren Beteiligungen in China
Weitere ausländische Finanzinstitute wollen ihre Beteiligungen an chinesischen Banken verringern. Ziel ist, die Kapitaldecke in der Finanzkrise zu verbessern oder Staatshilfen zurückzuzahlen. Neben Goldman Sachs, die ein Fünftel ihres Anteils an der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) verkaufen will, denkt auch American Express an den Verkauf einer Beteiligung von 0,38 Prozent an dem grössten chinesischen Kreditinstitut. Je nach Marktbedingungen werde American Express nach Ablauf der Haltezeit in diesem Jahr seinen Anteil veräussern, berichtete das Unternehmen am Donnerstag.


Goldman Sachs hält 80 Prozent an ICBC bis April 2010  
Zuvor hatte Goldman Sachs seine Verkaufsabsicht für 20 Prozent seines 4,9-Prozent-Anteils erklärt, der auf 7,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Der Wert der Beteiligung hat sich seit dem Einstieg 2006 verdreifacht. Das Investmenthaus will erhaltene Staatshilfen möglichst schnell zurückzahlen. In einer Vereinbarung mit der ICBC erklärte sich Goldman Sachs bereit, 80 Prozent des Anteils ein weiteres Jahr bis April 2010 zu halten. Goldman Sachs hätte nach den ursprünglichen Vereinbarungen nach Ende der Haltezeit Ende April sogar 50 Prozent verkaufen können, den Rest Ende Oktober.


ICBC-Kurs legt in Shanghai zu
Wegen der Fortsetzung der Kooperation und der Vorlage guter Geschäftsergebnisse der ICBC für 2008 stieg der Kurs der grössten chinesischen Bank in Shanghai. American Express will seine Kooperation mit ICBC fortsetzen. «Wir freuen uns, unsere Partnerschaft in den kommenden Jahren auszubauen», teilte der Vorsitzende Kenneth Chenault mit. Seit 2004 hat die ICBC 600.000 Kreditkarten des US-Finanzunternehmens über sein Netz in China ausgegeben. Auch der Münchner Versicherungskonzern Allianz ist mit 1,93 Prozent an der ICBC beteiligt.


Ausverkaufsstimmung
Auch wenn die Kooperationen fortgesetzt werden, finden Verkäufe von ausländischen Beteiligungen an chinesischen Banken immer grosse Aufmerksamkeit. Im Januar war die angeschlagene Grossbank Royal Bank of Scotland im Zeichen der Finanzkrise aus der Bank of China ausgestiegen. Auch die Schweizer UBS, die Bank of America und eine Stiftung des Hongkonger Milliardärs Li Kashing hatten sich teilweise aus chinesischen Banken zurückgezogen. (awp/mc)

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