Das Geschäft mit dem Islam floriert

von Gérard Al-Fil

Die islamische Zeitrechnung begann im Jahr 622 n. Chr. als der Prophet Mohammed von Mekka nach Medina auswanderte, mit der Hidschra. Deshalb wird hinter dem islamischen Jahr stets ein «H» notiert. Im Islam wird ein Mondkalender verwendet, der um 11 Tage kürzer ist als der im Westen übliche Gregorianische Kalender. Dadurch weichen die muslimischen Feiertage vom Gregorianischen Kalenderjahr jedes Jahr ab.


Mulam Electronics bedient geschickt den Halal-Markt

Für gläubige Muslime sind heute eine Vielzahl elektronischer Geräte erhältlich, die auf islamische Feiertage und die Gebetszeiten hinweisen. «Wir, die Firma Mulam Electronics, sind der erste Anbieter aus China, der Mobiltelefone für Muslime herstellt», sagt Bessie Wang, Sales-Managerin bei Mulam in Shenzhen. Mulam wurde 2004 vom findigen Unternehmer Ray Zhou gegründet, der schnell die zunehmende Religiosität unter Muslimen als Geschäftsfeld erkannt. Alleine der Markt für islamisch korrekt zubereitete Speisen wird von der Abu Dhabi Food Control Authority auf ein globales Jahresvolumen von 2,1 Milliarden Dollar geschätzt. Er wachse um 21 Prozent pro Jahr.


Bislang über 10,000 Islam-Handys verkauft
Mobiltelefone von Mulam erinnern Muslime per Sound-Alarm an die Gebetszeiten. Das fünf Mal am Tag zu vollziehende Gebet, das der Islam vorschreibt, ist nicht auf die gleiche Uhrzeit festgelegt. Vielmehr verschiebt es sich täglich um einige Minuten, weil sich die Gebetszeiten am Sonnenauf- und untergang  orientieren.


Vorgeschrieben ist im Islam auch, dass sich die Gläubigen beim ritualisierten Gebet nach der saudiarabischen Stadt Mekka richten sollen, dem Zentrum der Heiligen Stätte im Islam. Mulam-Handys verfügen über einen entsprechenden Kompass, Kibla genannt, der an jedem Punkt der Welt die Himmelsrichtung gen Mekka anzeigt.

 

Bessie Wang: «Wir haben bislang über 10,000 Kibla-Phones verkauft und expandieren ständig in neue Märkte.» In Dubai stellen Bessie Wang und ihr Team regelmässig die Scharia-konforme Produktpalette auf IT-Messen und Konferenzen vor, um die Herzen potenzieller Kunden im Mittleren Osten zu gewinnen.

 

Mulam expandiert auch dank eCommerce
«Grösster Absatzmarkt für Mulam bei halal-Handys sind aber die südostasiatischen Länder «vor der Haustür» Chinas, also Malaysia und Indonesien», weiss Weng. Das Angebot umfasst auch digitale Koranausgaben mit ausklappbaren Displays und grossen Lettern für Kinder.


«Selbstverständlich ist unsere Website per Mausklick in arabischer Sprache abrufbar», sagt Frau Weng. Als Vertriebskanal nutzt Mulam Electronics ebenso das Business-to-Business-Portal Alibaba.com in Hangzhou. Alibaba sieht sich als die chinesische Antwort auf das amerikanische eCommerce-Netzwerk eBay.

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