Deutsche Bundesbank erwartet Wirtschaft in ruhigeren Bahnen

Dies schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht für Mai. Die Bundesbank spricht von Sonderfaktoren, die für das deutsche Wirtschaftswachstwachstum eine Rolle gespielt hätten. Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft laut einer Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes um 1,5 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Im vierten Quartal war das BIP noch um 0,3 Prozent gestiegen.


Investitionskonjunktur vor Abkühlung?
Die Bremswirkungen des weltwirtschaftlichen Wachstums auf die deutsche Wirtschaft dürften sich in der Zukunft stärker bemerkbar machen, erwartet die Bundesbank. Dies signalisiere der zuletzt gesunkenen ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft. Das hohe Wachstum im ersten Quartal sei zudem durch die milde Witterung im ersten Quartal gestützt worden, die zu einer vorgezogenen Produktion im Baugewerbe geführt habe. Der frühe Ostertermin habe zudem zu steigenden Einzelhandelsumsätzen geführt. Die Belastungsfaktoren im internationalen Umfeld dürften zudem in verhalteneren Exportzuwächsen bemerkbar machen. Die Gefahr einer zuletzt lebhaften Investitionskonjunktur bei Ausrüstungen könnte «weniger dynamisch» verlaufen.


Weitere Besserung am Arbeitsmarkt erwartet
Die anhaltend hohen Energiepeise haben nach Einschätzung der Bundesbank auch positive Wirkungen auf die deutsche Konjunktur. So dürften die Ölförderländer die von den hohen Energiepreise durch Importe aus Deutschland weiter der deutschen Wirtschaft Impulse geben. Zudem sollte die deutsche Wirtschaft von der weltweite Nachfrage nach energieeffizienter und umweltschonender Technologie profitieren. Laut Bundesbank besteht die Aussicht, dass der private Konsum seinen im Herbst vergangenen Jahres unterbrochenen Erholungsprozess fortsetzen kann. Die Besserung am Arbeitsmarkt werde sich fortsetzen. Die Frühindikatoren signalisierten jedoch ein langsameres Tempo. Die höheren Tarifabschlüsse lieferten kaum mehr positive Impulse für die Beschäftigung. Aus stabilitätspolitischer Sicht sei die Lohnrunde 2008 «nicht frei von Risiken».


Teuerungsrate dürfte weiter ansteigen
Die Bundesbank erwartet in den kommenden Monaten wieder einen Anstieg der Teuerungsraten. Im März war die Jahresinflationsrate von 3,1 Prozent im Vormonat auf 2,4 Prozent gefallen. Die Bundesbank macht vor allem die Entwicklung an den Rohöl- und Nahrungsmittelmärkten für Inflationsgefahren verantwortlich. Die robuste Konjunktur in der Eurozone und der engere Arbeitsmarkt sorgten ebenfalls für Inflationsrisiken. Das weiterhin hohe Geldmengenwachstum und vor allem die hohe Kreditvergabe gebe Anlass zur Sorge. (awp/mc/ps)

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