Deutsche Post hebt Jahresprognose an

Gleichzeitig wirkte der Verkauf der ebenfalls verlustreichen Aktivitäten in England und Frankreich stützend. Daher stockte das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag bei Vorlage der Quartalsergebnisse das Jahres-EBIT-Ziel der Sparte von bisher 1,0 bis 1,1 Mrd EUR auf 1,3 Mrd EUR auf. Ebenso hob der Konzern die EBIT-Spanne insgesamt von 1,6 bis 1,9 Mrd EUR auf 1,9 bis 2,1 Mrd EUR an. Die Briefsparte peilt wie bisher ein EBIT von 1,0 bis 1,2 Mrd EUR an. Für spartenübergreifende Aufgaben wird die Post rund 400 Mio EUR aufwenden und damit etwas weniger als im Vorjahr. Der Überschuss soll im gleichen Tempo wachsen wie das operative Geschäft.


Aktie legt zu
Die Post-Aktie stieg im ansonsten lustlosen Handel um 2,9% auf 13,89 EUR und war damit zweitstärkster Wert im Dax. „Als Motor des globalen Handels haben wir im zweiten Quartal stark von der Belebung der Weltwirtschaft profitiert. Das gilt insbesondere für die DHL-Bereiche, die sich nachhaltig als Wachstumstreiber für den Konzerngewinn entwickelt haben“, sagte Vorstandschef Frank Appel. Die Post ernte nun die Früchte der Kostensenkungen und des Ausstiegs aus den verlustreichen Expressgeschäften in den USA, England und Frankreich.


Quartalsgewinn über Erwartungen
Im zweiten Quartal übertraf die Post teilweise die Erwartungen am Markt. Der Umsatz erhöhte sich zum Vorjahresquartal von 11,07 auf 12,79 Mrd EUR. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sonderposten stieg von 257 auf 503 Mio EUR. Einschliesslich der Kosten für den Konzernumbau stieg der operative Gewinn von 109 Mio EUR auf 253 Mio EUR. Darin sind Einmalbelastungen von 250 Mio EUR enthalten, die in erster Linie aus dem Verkauf des Expressgeschäfts in Frankreich rühren. Dieser Posten belastete auch den Überschuss, der dennoch von 66 auf 81 Mio EUR stieg.


Kostensenkung stützt Briefsparte
Das angestammte Briefgeschäft stagnierte mit 3,2 Mrd EUR Umsatz. Die Post leidet weiterhin unter dem schleichenden Wegbrechen des Geschäfts zugunsten elektronischer Korrespondenz. Daher hält sie mit einer strikten Kostenkur dagegen. Das Expressgeschäft weitete sich um 19% auf 2,9 Mrd EUR aus. Nach dem Erstarren der Paketströme während der weltweiten Konjunkturkrise beschleunigen sie wieder ihr Tempo.


Wachstum im Logistikgeschäft DHL
Das Speditions- und Frachtgeschäft wuchs um 35% auf 3,6 Mrd EUR. Zwar drückten die gestiegenen Marktpreise für Transportleistungen auf die Margen. Gleichzeitig gelang es zunehmend, diese Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben. In der Kontraktlogistik schaffte die Post die Trendwende und erhöhte den Umsatz zum Vorquartal um 10,7% auf 3,4 Mrd EUR. Das verdankte die Post Neukunden und guten Geschäften aus Bestandsverträgen vor allem in der Region Asien-Pazifik.  (awp/mc/ps/07)

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