Deutschland: Einzelhandelsumsätze fallen überraschend

Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet. Nominal fielen die Umsätze im November um 1,2 Prozent. Im Jahresvergleich setzten die Einzelhandelsumsätze ihre Talfahrt fort. Real lag das Minus bei 2,8 Prozent nach minus 1,6 Prozent im September. Nominal sanken die Umsätze im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Volkswirte hatten in realer Rechnung mit einem geringeren Rückgang von 1,6 Prozent gerechnet.


Gesamtjahr 2009: Umsätze um bis zu 2,1% rückläufig
Das Ergebnis wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, in denen rund 76 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden. Nach ersten Schätzungen von (Destatis) lag der Einzelhandelsumsatz im Gesamtjahr 2009 real voraussichtlich zwischen 1,9 Prozent und 2,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der nominale Wert dürfte zwischen 2,5 Prozent und 2,7 Prozent unter dem Niveau von 2008 liegen.


DIW erwartet dieses Jahr 2,1 Prozent Wachstum
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für dieses Jahr eine Wachstumsrate von 2,1 Prozent. Es hob damit seine Prognose deutlich an. Mitte Oktober hatte das Institut für Deutschland lediglich mit einer Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts 2010 um 1,3 Prozent gerechnet. Wie das DIW am Donnerstag in Berlin mitteilte, wird sich der Trend 2011 festigen. Die Experten sagen für das kommende Jahr ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus. Der Leiter der DIW-Konjunkturabteilung, Christian Dreger, stellte fest, die hohe Neuverschuldung des Staates werde die Wirtschaftsentwicklung eher bremsen.


Auftragseingang in Industrie steigt nicht so stark wie erwartet
Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im November deutlich geringer gestiegen als erwartet. Die Aufträge erhöhten sich preis- und saisonbereinigt um 0,2 Prozent, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg um 1,5 Prozent gerechnet. Zwar sei das Niveau der Aufträge nach dem Rückgang im Vormonat leicht verbessert worden, der Aufholprozess habe aber an Dynamik eingebüsst, schreibt das Ministerium. Der Nachfragetrend sei für sich gesehen derzeit zwar nicht eindeutig. Jedoch spreche etwa die Entwicklung der Stimmungsindikatoren für eine weiter positive Grundtendenz im Verarbeitenden Gewerbe.


Basiseffekte
Im Vormonat war die Produktion um aufwärtsrevidierte 1,9 Prozent gefallen (zunächst -2,1%). Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat stiegen die Aufträge im November hingegen um 1,8 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch um revidierte 8,2 (zuvor 8,5) Prozent gefallen waren. Hier wirkten sich allerdings Basiseffekte aus.


Auslandsnachfrage weiter rückläufig
Die Auslandsnachfrage liess im Monatsvergleich mit minus 1,0 Prozent zwar weiter nach, allerdings konnten sich die Bestellungen aufgrund der wieder gestiegenen Inlandsnachfrage von plus 1,4 Prozent leicht erhöhen. Innerhalb der industriellen Hauptgruppen verbuchten die Produzenten von Vorleistungsgütern mit minus 0,4 Prozent und Investitionsgütern mit minus 0,1 Prozent weniger Bestellungen. Spiegelbildlich dazu verhielt sich die Nachfrage nach Konsumgütern mit plus 3,7 Prozent, die gerade bei den Auslandsaufträgen zunahm. (awp/mc/ps/04) 

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