Dow Jones Indexes lanciert islamischen Index für chinesische Aktien der Börse Hongkong

von Gérard Al-Fil


Die islamische Index-Familie von der Dow Jones Inc. ist um einen «Composite» reicher. Mit dem Dow Jones Islamic Market (DJIM) China Offshore Hong Kong Index können Anleger in Red Chips und H-Shares investieren, die als islamisch unbedenklich gelten. Red Chips sind Aktien von staatlichen und halbstaatlichen Unternehmen aus «Festlandchina», die in Hongkong ihren Sitz haben und dort an der Börsekotiert sind. H-Shares sind Papiere von Unternehmen mit Sitz in China und einem Listing an der Hong Kong stock exchange.


40 Scharia konforme Aktien

Der DJIM China Offshore Hong Kong Index vereint Red Chips und H-Shares von Unternehmen, die im Einklang mit der koranischen Rechtsprechung Scharia operieren. Das bedeutet: eine Firma kann es nur dann in den Index schaffen, wenn sie nicht Alkohol, Schweinefleisch, Tabak, pornografisches Material oder Waffen herstellt. Firmen aus der konventionellen Finanzbranche scheiden ebenso aus wie Entertainment-Firmen. Per Ende April besteht der Index aus 40 Aktien. Bei den Finanzkennzahlen gelten folgende Regeln:
– das Fremdkapital muss unter einem Drittel der Marktkapitalisierung über 12 Monate hinweg liegen, damit die Firma als islamisch akzeptablel gilt.
– die liqudien Mittel und die verzinslichen Wertpapiere müssen unter einem Drittel der Marktkapitalisierung über 12 Monate hinweg liegen.
– die ausstehenden Forderungen müssen unter einem einem Drittel der Marktkapitalisierung über 12 Monate hinweg liegen.

 

Eindrucksvolle Performance
Er ist ein Marktkapitalisierungsindex auf Freefloat-Basis (free float adjusted), das maximale Gewicht einer Aktie darf nicht mehr als 10% betragen. Die fünf Werte mit der höchsten Kapitalisierung sind China Mobile Ltd., China Unicom Ltd., CITIC Pacific Ltd., CNOOC Ltd. und PetroChina Co Ltd. Die Performance auf das Basisjahr 2006 zurückgerechnet betrug in einem Backtest 152.9% (per 30. April 2008). «Mit dem Index erleichtern wir internationalen Fondsmanagern den Zugang zu Scharia konformen Aktien aus dem «Reich der Mitte», deren Erwerb an der Börse Hongkong wesentlich einfacher ist als an den relativ verschlossenen Börsen aus Festlandchina», sagt John Prestbo, Executive Director bei Dow Jones Indexes in New York.

Dow Jones Indexes war im Jahr 1998 der ersten Anbieter, der einen islamischen Index entwickelte. Unter der Leitung von Rushdi Siddiqui, Global Head Dow Jones Islamic Market Indexes, wuchs seitdem die Zahl der Composites auf über 70 regionale, länderspezifische und auf Sektoren entwickelte Indizies. Derzeit sind 75 Lizenzen vergeben für Produkte mit einem Anlagewert von 7 Milliarden Dollar, die den Dow Jones Islamic Market zum Benchmark nehmen. Seit 2006 steht Fondsmanagern und Index-Anbietern sogar ein ethisch-ökologisch-islamischer Index zur Verfügung: der DJIM Sustainibility Index.

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