Dubais mühsame Schritte zu einem Bildungs-Mekka

von Gérard Al-Fil

Nicht wenige Executives nutzen die wirtschaftliche Talsohle, um bei Karrierestau oder gar Job-Verlust für einen akademischen Management-Titel erneut die Schulbank zu drücken. In der mittlerweile vier Jahre alten Banken-Zone Dubai International Financial Centre (DIFC) wurden seit Anfang Jahr die ersten Executive MBAs verliehen. Hier unterhalten Manager-Schmieden wie die London Business School (LBS), Cass Business School oder das Londoner Institut SII Niederlassungen und bieten entsprechende MBA-Programme an. D ie französische Top-Business School INSEAD aus Fontainebleau ist seit 2006 in Abu Dhabi präsent.

 

Persischer Golf statt Genfersee?
Sollten also Schweizer Manager mit MBA-Ambitionen neben bekannten Angeboten im Inland wie dem der GSBA in Zürich oder der IMD Business School in Lausanne auch  auf Dubai ein Auge werfen? «Ein MBA in Dubai kann schon Sinn machen, wenn der Manager in der Region tätig ist oder sein möchte», meint Thomas W. Hofer, Managing Partner beim Headhunter Taylor Hofer Partners in Zürich und Dubai. Dabei locken die MBA-Programme im DIFC insbesondere mit Schwerpunktthemen wie der Islamic Finance als Studienmodul. Ausserdem: «Der Manager baut sich damit ein Netzwerk auf und lernt oder vertieft seine Kenntnisse der regionalen Kultur. Es steht und fällt natürlich mit dem Angebot, d.h. man müsste schon darauf achten, dass man nicht irgend ein «Wald- und Wiesen-MBA» macht, sondern etwas mit Substanz und guten und anerkannten Professoren», fügt Hofer hinzu.

 

Araber gehen lieber in Ausland
Trotz des neuen Angebots vor der eigenen Haustür, zieht es jedoch umgekehrt die Einheimischen sowie arabische Executives aus anderen nahöstlichen Ländern noch immer nach Europa oder in die USA, um den eigenen Horizont zu erweitern. Bekannte Firmen am Golf wie Saudi-Aramco (Öl), Emirates Airline oder der Petrochemie-Gigant Sabic entsenden ihre Hoffnungsträger bevorzugt an den Genfersee zu IMD. So ist nicht jede neue Hochschule in Dubai ein Selbstläufer, wie die staatliche Dubai Aerospace Enterprise schmerzlich lernen musste. Sie wollte Anfang 2008 an einer eigenen Hochschule Airline-Strategen, Flugzeugdesigner und Cargo-Experten ausbilden. Die Curriculae wurden mangels Interesse eingestellt.

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