Energiebörse EEX setzt verstärkt auf Gas und Emissionsrechte

«Das heisst, dass Gas und Emissionsrechte ganz stark wachsen müssen.» Bisher macht der in Partnerschaft mit der französischen Powernext betriebene Stromhandel 80 Prozent vom Erlös aus.


Gaspreisbindung an Ölpreis durch Referenzpreis ersetzen
ersetzen Nach den Vorstellungen der EEX soll ein börslich gebildeter Referenzpreis langfristig die Gaspreisbindung an den Ölpreis ersetzen und damit den Handel ankurbeln. Momentan liegt allerdings laut Menzel der Anteil des börslichen Gashandels am Gesamthandel im einstelligen Prozentbereich. Überwiegend sichern sich Gasversorger ihre Lieferungen und Preise noch über Langfristverträge. Für Mai 2011 plant die Börse den Einstieg in den 24-Stunden-Handel auf dem Gas- Spotmarkt für den kurzfristigen Bedarf.


Umsatz und Ergebnis bis 2015 verdoppeln
Bis 2015 sollen sich Umsatz und Ergebnis der einzigen deutschen Energiebörse laut Menzel mindestens verdoppeln. Für 2010 rechnet er mit einem Umsatz von mehr als 40 Millionen Euro und einem Vorsteuergewinn von über 16 Millionen Euro. 2009 hatte die Börse, die zur führenden Energiebörse mit den Hauptgeschäftsfeldern Strom, Gas, CO2-Emissionsrechte und Clearing aufsteigen will, 34,6 Millionen Euro Umsatz und 13,1 Millionen Euro Vorsteuergewinn gemacht.


Eurex will Anteil an EEX auf 58,19 Prozent aufstocken
Die EEX steht möglicherweise vor der Übernahme durch die Deutsche Börse-Tochter Eurex. Die Beteiligung an der EEX soll von rund 35 auf 58,19 Prozent aufgestockt werden. Dazu will die Deutsche Börse möglichst komplett den Anteil der Landesbank Baden-Württemberg LBBW von 23 Prozent für 71,3 Millionen Euro übernehmen.


EEX-Sitz soll in Leipzig bleiben
Allerdings müssen diese Anteile von der LBBW laut Konsortialvertrag erst den anderen Anteilseignern angeboten werden. Dazu gehören auch das Land Sachsen und die Stadt Leipzig. Beide setzten sich derzeit vehement für Zusicherungen ein, dass der Sitz der EEX in Leipzig bleibt. An die EEX-Anteile war die LBBW durch den Kauf der vor der Pleite stehenden Landesbank Sachsen gekommen. Die Deutsche Börse will sich über ihre Derivatetochter Eurex stärker an den Rohstoffmärkten engagieren und die Position der EEX stärken. (awp/mc/ss/04)

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