Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten treiben Euro kurzzeitig kräftig an

Bis zum späten Nachmittag büsste der Euro aber einen Teil seiner Gewinne wieder ein und lag noch bei 1,5739 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,5722 (Donnerstag: 1,5526) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6361 (0,6441) Euro.


Pessimistische Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke
Die nur kurzzeitige Reaktion am Devisenmarkt auf die enttäuschenden US-Daten lasse sich nur schwer erklären, sagte Ökonom Rainer Sartoris vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Wahrscheinlich hätten die zuletzt pessimistischen Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke zum Arbeitsmarkt die Erwartungen bereits gedämpft. Auch Devisenexperte Stephan Beilke von der Bremer Landesbank zeigte sich etwas ratlos über die nur kurzzeitige Wirkung der enttäuschenden Daten: «Da wurde sehr stark dagegengehalten», betonte er. Angesichts des jüngsten Höhenflugs liege eigentlich seit längerem eine Korrektur in der Luft. Vor diesem Hintergrund könnten einige Marktteilnehmer Angst vor der eigenen Courage bekommen haben.


US-Wirtschaft segelt hart am Wind
«Die US-Wirtschaft segelt hart am Wind», sagte Beilke. Der US-Arbeitsmarktbericht habe erneut enttäuscht. Bereits den dritten Monat in Folge seien Jobverluste zu verzeichnen. Das habe es zuletzt im Frühjahr 2003 gegeben. Über die vergangenen drei Monate büssten die USA damit insgesamt 232.000 Arbeitsplätze ein. «Der schleppende Konsum kostet schon Arbeitsplätze», betonte Beilke. Dies zeige, wie ernst die Lage für die US-Wirtschaft sei. In der laufenden Woche hatte US-Notenbankpräsident eine Rezession in den USA erstmals nicht mehr ausgeschlossen.


Referenzkurse
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78550 (0,78320) britische Pfund , 160,88 (159,75) japanische Yen und auf 1,5872 (1,5845) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 905,50 (896,50) Dollar gefixt. (awp/mc/gh)

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