Ericsson übernimmt Richtfunk-Geschäft der Telekom, weiterer Ausbau geplant

Bei ihrem Richtfunk-Angebot will die Telekom künftig auf Ericsson zurückgreifen. Den Bereich, dessen Leistungen vor allem Grosskunden nutzen, zählt die Telekom nicht zum Kerngeschäft. Nach Einschätzung von Experten liegt der jährliche Umsatz im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Mit Richtfunk werden Daten mittels Funkwellen übertragen. Anwendung findet die Technik vor allem in ländlichen Gebieten und etwa bei Grossveranstaltungen, wo Kapazitätsengpässe bei Daten- und Telefondiensten auftreten können.

Ericsson will das Geschäft weiter ausbauen
Ericsson will nach der Übernahme des Richtfunknetzes der Deutschen Telekom das Geschäft weiter ausbauen. «Wir werden das Netz modernisieren und anderen Unternehmen zur Nutzung anbieten», sagte Deutschlandchef Stefan Kindt am Donnerstag in Düsseldorf der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Es würden bereits Gespräche mit anderen Netzbetreibern in Deutschland geführt. Das schwedische Unternehmen übernimmt zum kommenden Montag das Richtfunknetz der Telekom mit rund 200 Mitarbeitern. Rund die Hälfte der Beschäftigten seien Beamte, sagte Kindt.

Umsatz von 700 bis 800 Millionen schwedischen Kronen jährlich
«Wir haben einen Vertrag über sechs Jahre, der einen Umsatz von 700 bis 800 Millionen schwedischen Kronen jährlich bringt.» Das Gesamtvolumen liegt damit bei 450 bis 510 Millionen Euro. Zum Kaufpreis machte Ericsson keine Angaben. Kindt sieht den Erwerb des Telekom-Netzwerks als wichtigen Baustein für die Gewinnung weiterer Aufträge. So prüfen einige Telekomkonzerne die Auslagerung ihrer Infrastruktur an einen Telekomausrüster. Der Mobilfunkanbieter E-Plus lässt bereits sein Handy-Netz von Alcatel-Lucent betreuen. «Der Markt für Outsourcing ist sehr aktiv geworden. Wir werden uns sicherlich aktiv an der Entwicklung beteiligen», sagte Kindt.

(awp/mc/hfu)

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