ESTV: Einkommen und Vermögen regional sehr unterschiedlich verteilt

Demnach verfügten 2003 die reichsten 10% der Bevölkerung über 73% des Gesamtvermögens. Schweizweit sind die Durchschnittsvermögen 1997 bis 2003 jährlich mit 2,31% stärker gewachsen als die Einkommen mit 1,85%. Grob eingeteilt sind die Einkommen im Mittelland, zwischen Nordwestschweiz und Genfersee, höher als im Jura, der Voralpen- und Alpenregion sowie im Tessin. Allerdings gibt es dort «Inseln» mit hohen Einkommen, vor allem die touristischen Hochburgen.


Grössere Einkommensunterschiede in städtischen Regionen
In ländlichen Gebieten sind die Einkommen tendenziell gleicher verteilt als in städtischen Regionen. Im südlichen Teil der Schweiz, zwischen Genfersee und Graubünden, sind die Einkommen ungleicher verteilt als nördlich davon. In den meisten Westschweizer und Tessiner Gemeinden wuchsen 1997-2003 die Einkommen überdurchschnittlich stark. Unter dem Durchschnitt entwickelten sie sich auf der West-Ost-Diagonalen vom Jura bis Graubünden sowie in der Nordostschweiz.


Mittellandgemeinden: Lohnschere öffnet sich zusehends
Schweizweit hat sich die Ungleichverteilung der Einkommen im untersuchten Zeitraum kaum verändert. Während sie vor allem in Gemeinden um den Genfersee sowie in NE, VS, TI, UR, ZH und TG abnahm, öffnete sich die Schere vor allem in Gemeinden des Mittellandes sowie in GR und GL. Je stärker die Einkommen wachsen, desto gleichmässiger die Einkommensverteilung, lässt sich verallgemeinernd feststellen. Schweizweit ging der Anteil der niedrigen Einkommen 1996-2006 zurück. BS ist der einzige Kanton mit einer deutlichen Zunahme dieses Anteils.


Grosse Vermögensunterschiede in Kantonen VD und BS
Die Vermögen sind deutlich ungleicher verteilt als die Einkommen. Diese ungleiche Verteilung blieb über die Jahre ziemlich unverändert. Am ungleichsten sind die Vermögen in den Kantonen VD und BS, am gleichmässigsten im Kanton UR verteilt. Das höchste Durchschnittsvermögen wird für den Kanton NW gemessen, gefolgt von ZG, SZ und ZH. Die tiefsten Durchschnittsvermögen haben die Kantone VS, JU, SO und FR.


SZ, AI und NW mit grössten Vermöegnszuwächsen
Überdurschnittlich gewachsen sind die Vermögen 1997 bis 2003 in SZ, AI und NW. Bei 8 Kantonen hat das Durchschnittsvermögen abgenommen, besonders deutlich in OW. Über die ganze Schweiz betrachtet beträgt der Anteil der Vermögensmillionäre im Jahr 2003 3,7%. Die höchste «Millionärsdichte» findet sich in ZG, NW und ZH. In JU, VS, FR, SO, UR, TI, OW und NE sind Millionäre eher dünn «gesät». (awp/mc/ps/16)

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