EU-Ausblick: Kaum verändert – Konzentration auf ‹Hexensabbat›

Am heutigen «Hexensabbat» laufen zum letzten Mal in diesem Jahr die Futures und Optionen auf Aktien und Indizes aus. Ansonsten sprachen Börsianer von einer sehr dünner Nachrichtenlage. Chris Weston, Aktienhändler bei IG Markets, sagte: «Mit der Weihnachtszeit vor der Tür ziehen sich Anleger immer mehr von riskanten Positionen zurück und wenden sich den sicheren Häfen zu – das hat man auch am jüngsten Erholungsschub des Dollar gesehen.» Auch die Vorgabe gibt keinen klaren Impuls: Der weltweit wichtigste Aktienindex Dow Jones Industrial hat schwach geschlossen. Der Future auf den US-Leitindex erholte sich aber seit dem Xetra-Schluss um 0,17 Prozent.


Bei den Autowerten rücken die Lastwagenbauer Volvo und Scania mit Zahlen zum Nutzfahrzeugabsatz in Europa in den Blick. Das Geschäft der LkW-Hersteller befindet sich weiter auf Sinkflug. Im November wurden im Vergleich zum schon schwachen Vorjahresmonat noch einmal fast 16 Prozent weniger neue Lastwagen, Transporter und Busse in den Verkehr gebracht, wie der europäische Verband der Automobilhersteller ACEA mitteilte. Seit Anfang des Jahres sind damit nun mehr als ein Drittel weniger neue Nutzfahrzeuge in Europa als im Vorjahr zugelassen worden.


Ölwerte rücken unterdessen mit Branchenstudien mehrerer grosser Investmentbanken in den Fokus. Die Analysten von UBS, Merrill Lynch und Goldman Sachs haben sich zu dem Sektor geäussert. Während Goldman Sachs BP von «Neutral» auf «Buy» hochgestufte, nahmen sie ihre Empfehlung für Total von «Neutral» auf «Sell» runter. Die Ölpreise sind unterdessen leicht gestiegen. Ein wieder etwas schwächerer Dollar stütze den Ölmarkt, hiess es bei Händlern. Am Donnerstag war der Euro an die Marke von 1,43 US-Dollar gesunken und hatte damit ein Drei-Monats-Tief erreicht.


In der Schweiz sehen Händler auch keinen starken Impulse von der Unternehmensseite am Markt. Auch hier könnten Analystenstimmen aber einige einzelne Titel bewegen. Morgan Stanley erhöhte zwar das Kursziel für Swatch Group von 168 auf 210 Franken, liess aber die Empfehlung auf «Underweight». (awp/mc/ps/06)

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