EU-Ausblick: Kaum veränderter Start in die neue Woche

Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial stand am Morgen 44 Punkte unter seinem Niveau, das er zum europäischen Börsenschluss am Freitag hatte. Der Future auf den EuroSTOXX 50 lässt einen prozentual kaum veränderten Start des europäischen Leitindex erwarten. Am Freitag hatte sich der europäische Leitindex mit plus 0,32 Prozent auf 3.367,62 Punkte gut behauptet. In London rechnet IG Index mit einem um 4 Punkte schwächeren Start des FTSE 100, der am Freitag um 0,77 Prozent schwächer bei 5.454,80 Punkten aus dem Handel gegangen war.


Der US-Ölpreis stiegen am Morgen 114,90 Dollar. Das waren 1,13 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Auf der Agenda der europäischen Investoren stehen zum Wochenauftakt lediglich die Jahreszahlen von BHP Billiton. Das Montanunternehmen wies am Morgen einen Gewinnanstieg von 12,4 Prozent beim Nettoergebnis für das Gesamtjahr auf. Der Nettogewinn stieg auf den Rekordbetrag von 15,4 Milliarden US-Dollar.


Fluggesellschaften dürften nicht nur wegen des Ölpreises in den Fokus rücken: Nach einer Reihe anderer Unternehmen, die als mögliche Investoren der Austrian Airlines Group (AUA) ins Spiel gebracht wurden, hat nun auch die UNIQA-Versicherung klargestellt, dass sie für eine Beteiligung an der österreichischen Fluggesellschaft zur Wahrung einer «österreichischen Sperrminorität» nicht zur Verfügung steht. «Über unseren Kernaktionär Raiffeisen sind wir schon namhaft beteiligt – mit 3,4 Prozent. Und das ist es», sagte UNIQA-Chef Konstantin Klien der «Wiener Zeitung» (Wochenendausgabe).


Auch Finanzwerte dürften zu Wochenbeginn einmal mehr für Gesprächsstoff an den Börsen sorgen: Die UBS soll im nächsten Jahr laut ihrem Verwaltungsrats-Präsidenten Peter Kurer wieder profitabel sein. Einen Verkauf der Investment Bank (IB) zieht Kurer in Betracht, falls es sich für die Aktionäre der Grossbank auszahlt. «Nun steht uns noch ein holpriges zweites Halbjahr bevor, dann sind wir wieder auf Kurs», sagte er der «Basler Zeitung» vom Samstag. Bei der Investmentbank finde eine Neupositionierung in Richtung weniger kapitalintensiver Geschäfte statt, sagte er der «NZZ am Sonntag».


Der Finanzdienstleister MLP lehnte am Wochenende nachdrücklich eine höhere Beteiligung des neuen Grossaktionärs Swiss Life Holding ab und erteilte auch einer Beteiligung des zu Swiss Life gehörenden Konkurrenten AWD eine Absage. MLP reagierte damit auf die Aussage von Swiss-Life-Verwaltungsrat Rolf Döring, der in einem Interview eine Mehrheitsbeteiligung an MLP nicht ausgeschlossen hatte.


Die Royal Bank of Scotland (RBS) will den Verkauf ihrer Versicherungssparten laut einem Pressebericht unterdessen möglicherweise in Kürze abblasen. Das einzige verbliebene Gebot des US-Versicherers Allstate liege um 1 Milliarde britische Pfund unter dem angestrebten Preis von 7 Milliarden Pfund (8,9 Mrd Euro), berichtet die «Sunday Times» ohne Angabe von Quellen.


Auch die Aktien von British Energy könnten in Bewegung geraten. Das britische Finanzministerium zwingt den Konzern nach der gescheiterten Übernahme durch Electricite de France (EdF) laut einem Pressebericht zurück an den Verhandlungstisch. Der Staat wolle die erwarteten vier Milliarden britischen Pfund (5,1 Mrd Euro) aus dem Verkauf seines British-Energy-Anteils zur Unterstützung armer Familien und für andere Schritte im Zusammenhang mit den hohen Energiepreisen einsetzen, berichtet die britische Zeitung «Sunday Express». Die zwölf Milliarden Pfund schwere Übernahme durch EDF war Anfang August in letzter Minute geplatzt.


Der weltgrösste Personaldienstleister Adecco ist weiterhin am britischen Fachkräftevermittler Michael Page interessiert. Auch hier könnten die Aktien in Schwung kommen. Man halte sich mit Blick auf Michael Page alle Optionen offen, bekräftige Adecco am Montag seine bereits vergangene Woche veröffentlichte Position. Adecco reagiere damit auf Presseberichte, wonach das Unternehmen ein unfreundliches Übernahmeangebot ausschliesse. (awp/mc/ps/12)

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