EU-Ausblick: Leichter – Banken nach Obama-Aussagen im Fokus

Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) verlor seit Handelsschluss in Europa weitere 0,29 Prozent und in diesem Umfeld dürften sich auch die Börsen nicht von ihrem jüngsten Rückschlag erholen. «Es ist nicht nur das langsamere Wachstum in China und die Bankenpläne in den USA, die belasten», sagte Analyst Ben Potter von IG Markets. «Die Aktienmärkte haben sich seit der Zeit vor Weihnachten einfach sehr stark entwickelt und eine Korrektur war unausweichlich.» Im Tagesverlauf dürften wieder einige US-Bilanzen wie die von General Electric (GE) für Bewegung sorgen.


Bankenwerte wie Societe Generale und BBVA stehen im Fokus. Die Pläne von US-Präsident Barack Obama, den Banken stärker die Zügel anzulegen indem er sowohl die Grösse der Banken als auch das Ausmass risikoreicher Geschäfte begrenzen will, hatten an der Wall Street für heftige Verluste in der Branche gesorgt. Analysten sehen auch negative Einflüsse für die europäischen Vertreter: «Auch wenn die europäischen Banken noch nicht direkt im Visier stehen und von den US-Plänen auch nicht direkt betroffen sind, wirkt sich die Entwicklung auf den hiesigen Sektor aus», hiess es von den UBS-Analysten. JPMorgan sieht durch die Pläne Obamas insbesondere Investmentbanken unter Druck, die Unsicherheit in diesem Segment bleibe ein deutliches Risiko. Sie ziehen daher weiterhin Aktien der Geschäftsbanken vor.


Auch die nach dem Wall-Street-Schluss gemeldeten Zahlen aus den USA könnten einige Einzelwerte und Sektoren bewegen, sagten Händler. Ebenfalls aus dem Finanzbereich kamen American Express , die zwar etwas besser als von Analysten erwartet abschneiden konnten, allerdings nur eine «moderate» konjunkturelle Erholung erwarten. Investoren in Europa sollten jedenfalls den STOXX600 Banks als Sektorindex beobachten.


Ansonsten legten mit Advanced Micro Devices (AMD) und Google noch zwei Technologiewerte ihre Zahlen vor. Der Chiphersteller wies einen geringer als befürchteten Verlust aus, die Aktien standen nachbörslich aber unter Druck. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Auch die Internet-Suchmaschine Google verdiente mehr als von Experten erwartet, einige Analysten zeigten sich aber enttäuscht von den Kosten-Pro-Klick. Auch Google-Aktien rutschten nachbörslich ab, was einem Händler zufolge in das jüngste Reaktionsbild auf Zahlen passt. (awp/mc/ps/05)

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