EU belässt Prognose für Wirtschaftsleistung unverändert

Damit signalisiere sich ein günstigerer Wachstumsausblick als noch im Mai. Die Prognose sei jedoch nicht nach oben revidiert worden, da die wirtschaftliche Entwicklung Ende 2008 und Anfang 2009 schlechter als zunächst prognostiziert verlaufen sei. Für das dritte Quartal erwartet die Kommission in der Eurozone ein Wachstum von 0,2 Prozent zum Vorquartal und für das vierte Quartal ein Plus von 0,1 Prozent. Im ersten Quartal war das BIP noch um 2,5 Prozent zum Vorquartal geschrumpft und im zweiten Quartal um 0,1 Prozent.


Unsicherheit bleibt hoch
Die Unsicherheit bleibt laut Kommission hoch. Es müsse daher abgewartet werden wie nachhaltig der Aufschwung sei. «Die Lage hat sich gebessert, die schwache Wirtschaft wird jedoch weiterhin Arbeitsplätze und öffentliche Finanzen belasten», sagte Joaquin Almunia, Wirtschafts- und Währungskommissar der EU. Die konjunkturstützenden Massnahmen müssten in Kraft bleiben und die Konsolidierung des Finanzsektor müsse fortgeführt werden. Almunia forderte zudem bereits jetzt eine klare und koordinierte «Exit-Strategie». Für Deutschland erhöhte die Kommission ihre Prognose unterdessen etwas. Sie erwartet jetzt einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,1 Prozent im Jahresvergleich, nachdem sie im Mai noch von 5,4 Prozent ausgegangen war.


Teuerungsprognose unverändert
Auch ihre Prognose für die Entwicklung der Verbraucherpreise in der Eurozone beliess die Kommission unverändert. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) werde 2009 um 0,4 Prozent steigen. Für Deutschland erwartet sie wie bisher einen Anstieg von 0,3 Prozent. Im Jahr 2008 hatte die Inflation mit 3,3 Prozent deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter zwei Prozent gelegen.


Industrieproduktion sinkt nur leicht
Im Euroraum ist die Industrieproduktion im Juli nur leicht gesunken. Auf Monatssicht sei die Produktion saisonbereinigt um 0,3 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Volkswirte hatten mit einem geringfügig stärkeren Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Der Produktionsrückgang vom Vormonat wurde unterdessen schwächer als bislang ausgewiesen. So sank die Produktion im Juni nicht um 0,6 Prozent, sondern nur um 0,2 Prozent. Auf Jahressicht sank die Produktion merklich schwächer als erwartet. Das Minus betrug 15,9 Prozent, wohingegen Experten einen Rückgang um 16,8 Prozent erwartet hatten. Im Vormonat hatte das Minus bei 16,7 Prozent gelegen. 


Erwerbstätigkeit im zweiten Quartal weiter gesunken
Im Euroraum ist die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal weiter gesunken. Die Beschäftigung sei um 702.000 Personen oder 0,5 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mit. Im ersten Quartal war der Rückgang mit 0,7 Prozent etwas stärker ausgefallen. Auf Jahressicht sank die Beschäftigung um 1,8 Prozent, nach minus 1,2 Prozent im Vorquartal.


Beschäftigungsrückgang in allen Wirtschaftsbereichen
Laut Eurostat verzeichneten fast alle Wirtschaftszweige einen Beschäftigungsrückgang. Lediglich bei den «sonstigen Dienstleistungen», zu denen die Bereiche öffentliche Verwaltung, Gesundheit und Bildung gehören, stieg die Beschäftigung an. Die deutlichsten Rückgänge mussten hingegen vom Verarbeitenden Gewerbe, der Bauwirtschaft und im Dienstleistungssektor hingenommen werden. Eurostat schätzt, dass im zweiten Quartal 145,6 Millionen Personen im Euroraum erwerbstätig waren. (awp/mc/ps/16)

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