EU-Eröffnung: Etwas schwächer – warten auf US-Bilanzen

Nach dem verlängerten Wochenende in den USA komme die Berichtssaison und damit auch der Handel erst richtig in Gang, sagte ein Börsianer. Im frühen Geschäft drücke allerdings die negative Vorgabe aus Japan etwas auf die Stimmung: der Nikkei-225-Index fiel um 0,83 Prozent. Zudem hielten sich Anleger vor den Geschäftszahlen zurück. Vor allem rückt die Bilanz der Citigroup am Nachmittag aus den USA in den Blick. Nach US-Börsenschluss kommen IBM. Damit belebt sich die Nachrichtenlage deutlich, wie Händler sagten. Zudem werden frische Konjunkturdaten wie der ZEW-Index aus Deutschland erwartet.


Aber auch in Europa rückten zahlreiche Unternehmen mit Aussagen zu ihrem jeweiligen Geschäftsverlauf in den vergangenen Monaten in den Fokus: Am Morgen berichtete der französische Industriekonzern Alstom bereits von einer Erholung beim Auftragseingang im dritten Geschäftsquartal, blieb aber vorsichtig. Börsianer zeigten sich enttäuscht. Cheuvreux-Analyst Alfred Glaser sprach von einem schwachen Auftragseingang im dritten Quartal und einem negativen Ausblick. Die Auftragslage bleibe laut Alstom «unsicher» und das sei eine der Hauptsorgen des Analysten mit Blick auf die Aktien. Glaser bleibt bei «Underperform». Alstom-Papiere verloren 3,55 Prozent auf 52,17 Euro.


In Grossbritannien stehen ebenfalls einige Unternehmen mit einem Zwischenbericht über die Geschäfte in ihrem dritten Quartal im Blick. Burberry kletterten nach Eckdaten zum dritten Quartal mit plus 5,50 Prozent auf 632,50 Pence an die «Footsie»-Spitze geklettert. Der britische Modekonzern entwickelte sich Händlern zufolge «deutlich besser als erwartet». Die Ziele für das Gesamtjahresergebnis lägen zudem am oberen Rand der Prognosen. Aktien von SABMiller büssten dagegen am Indexende 3,35 Prozent auf 1.759 Pence ein. Der britische Brauereikonzern musste in den ersten neun Monaten einen Absatzrückgang um ein Prozent hinnehmen, nachdem der Bierabsatz im dritten Quartal stagniert hat. An alkoholfreien Getränken seien im dritten Quartal zwei Prozent mehr verkauft worden. Bei den Zahlen wurden Veränderungen durch Käufe und Verkäufe von Unternehmen nicht berücksichtigt. Kepler-Analyst Ton van Ooijen sprach von einem im Vergleich zu den vorhergehenden Quartalen verschlechterten Geschäft in Nordamerika und Südafrika.


Londoner Börsianer sehen aber vor allem Cadbury im Fokus, die Aktien gewannen 3,65 Prozent auf 837,00 Pence. Nach monatelangem Ringen kann sich der US-Nahrungsmittelriese Kraft Foods den britischen Süsswarenhersteller einverleiben. Kraft bietet 500 Pence je Aktie in Cash und 0,1874 eigene Aktien, das entspricht 840 Pence je Cadburry-Aktie.


In der Schweiz büssten Lindt & Sprüngli nach Eckdaten zum Vorjahr 0,54 Prozent auf 25.860 Schweizer Franken ein. Der Schokoladenhersteller setzte 2009 weniger um als im Vorjahr und verfehlte damit die Analystenerwartungen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) dürfte nach Unternehmensangaben am unteren Ende der erwarteten Spanne von 260 bis 280 Millionen Franken liegen. Für das laufende Jahr erwartet Lindt & Sprüngli eine Fortsetzung der herausfordernden Lage auf den Rohstoffmärkten, vor allem beim Kakaopreis. In Österreich hat der Flughafen Wien Jahreszahlen und Verkehrszahlen vorgelegt. Die Aktie gewann 0,35 Prozent.  ( awp/mc/pg/12)

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