EU-Eröffnung: Gewinne – Novartis und Nestle im Blick

Für den FTSE 100 in London ging es um 0,45 Prozent auf 5.437,00 Zähler nach oben. Am Nachmittag dürften US-Konjunkturdaten neue Impulse geben.


Für Gesprächsstoff sorgten Nachrichten von Schweizer Konzernen. So will Novartis das Augenheilkunde-Unternehmen Alcon vollständig schlucken. Zunächst wolle Novartis für 28,1 Milliarden US-Dollar (20 Milliarden Euro) den Alcon-Anteil des Lebensmittelkonzerns Nestle übernehmen und auf diesem Wege seine Beteiligung an Alcon auf 77 Prozent aufstocken, teilte Novartis mit. Nestlé wiederum will nach dem Verkauf seines Alcon-Anteils ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Schweizer Franken (6,7 Milliarden Euro) auflegen. Dieses Programm soll 2010 beginnen und über zwei Jahre laufen. Die Titel von Novartis fielen um 0,80 Prozent auf 56,05 Franken, wohingegen die Papiere von Nestlé 1,10 Prozent auf 50,75 Franken hinzugewannen. Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank kommentierte: «Der hohe Mittelzufluss wirkt sich positiv auf die Bewertung der Nestle-Titel aus, daher bestätigen wir unsere Kaufempfehlung».


In London stiegen Titel von Cadbury jedoch nur um 0,38 Prozent auf 800,50 Pence. Damit fielen Spekulationen nicht auf allzu fruchtbaren Boden, wonach Nestlé mit dem zusätzlichen Geld ein Gegenangebot für den britischen Süsswarenhersteller abgeben und damit den US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods ausstechen könnte.


Die Roche Holding beantragte derweil bei der European Medicines Agency eine Zulassungserweiterung für sein Krebsmittel Xeloda. Diese betrifft die Therapie von Patienten mit Dickdarmkrebs im Frühstadium nach einem chirurgischen Eingriff in Kombination mit einer bestimmten Chemotherapie. Roche-Anteilsscheine stiegen um 1,19 Prozent auf 177,90 Franken.


Rohstoffaktien profitieren indes von den gestiegenen Metallpreisen. So stiegen die Papiere von Eurasian Natural um 2,40 Prozent auf 937,00 Pence und die Titel von Xstrata rückten um 2,05 Prozent auf 1.144,00 Pence vor.


Zudem legte der Preis für das «schwarze Gold» zu und trieb damit die Aktien von Ölunternehmen an. Der US-Ölpreis überwand im asiatischen Handel die Marke von 80 US-Dollar. Der Streit zwischen Russland und Weissrussland über eine Verlängerung eines Öl-Vertrags, der am Neujahrstag ausgelaufen war, habe die Ölpreise gestützt, sagten Börsianer. Insofern waren die Titel von Cairn Energy mit einem Aufschlag von 5,35 Prozent auf 350,40 Pence im Londoner «Footsie» einer der gefragtesten Werte. Total-Aktien legten um 1,11 Prozent auf 45,505 Euro zu.


Daneben rückt die Telekom-Branche in den Fokus. So sprach der chinesische Telekomausrüster Huawei von einer Verlangsamung seines Umsatzwachstums im abgelaufenen Jahr, sieht aber für 2010 eine Stabilisierung der Erlöse. Huawei ist ein Wettbewerber von Nokia und LM Ericsson. Deren Aktien stiegen um 2,69 Prozent auf 9,16 Euro beziehungsweise um 1,29 Prozent auf 66,75 schwedische Kronen.


Schliesslich bewegten auch Studien die Kurse. So hoben die Experten von JPMorgan das Kursziel für die Papiere des Versicherers Axa von 9,00 auf 16,24 Euro an. Die Einschätzung der Titel lautet jedoch weiterhin «Underweight». In der Bilanz des Versicherers dürfte das Schlimmste überstanden sein, schrieb Analyst Duncan Russell. Die Papiere von Axa legten um 0,51 Prozent auf 16,625 Euro zu.


Zu den Favoriten in Paris gehörten die Aktien von Renault, die sich um 3,22 Prozent auf 37,365 Euro verteuerten. Dem Unternehmen zufolge dürfte sich der französische Automarkt in der ersten Hälfte 2010 weiterhin stark präsentieren.  (awp/mc/ps/09)

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