EU-Eröffnung: Gewinne – Positive Vorgaben – Cadbury +38%

Bei den Vorgaben gewann der Future auf den US-Leitindex Dow Jones seit dem europäischen Börsenschluss am Freitag 0,80 Prozent. In Tokio hatte der Nikkei-225-Index am Morgen 1,31 Prozent höher geschlossen. Marktbwegende Konjunktur- und Unternehmensdaten stehen nicht zur Veröffentlichung an. Zudem bleibt die Wall Street wegen des Feiertags «Labor Day» geschlossen.


Im FTSE sprangen Cadbury um 37,68 Prozent auf 782,00 Britische Pence nach oben und waren eines der Hauptgesprächsthemen am Markt. Am Morgen hatte der US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods mitgeteilt, ein Vorschlag für den Kauf des britischen Branchenkollegen für 16,7 Milliarden US-Dollar sei von diesem abgelehnt worden. Je Aktie wollten die Amerikaner 300 Pence in bar und 0,2589 neue Kraft-Anteilsscheine auf den Tisch legen. Trotz der Ablehnung will der US-Konzern weiter an einer Übernahme arbeiten. Kepler zufolge dürfte Cadbury auf ein besseres Angebot warten, obwohl die vorgelegte Offerte auf den ersten Blick fair erscheine. Ein Händler in London verwies allerdings auf kartellrechtliche Probleme.


Andere Vertreter des Lebensmittelsektors konnten von der Nachricht nur zum Teil profitieren: In Paris kletterten Danone um 2,80 Prozent auf 38,750 Euro und waren damit bester Wert im CAC-40-Index. In Zürich legten Nestle hingegen nur um 0,32 Prozent auf 43,46 Schweizer Franken zu. Marktgerüchten zufolge könnte der Konzern ein Gegenangebot vorlegen. Auch hier gäbe es dem Händler zufolge aber kartellrechtliche Probleme.


Fortis sprangen mit einem Aufschlag von 3,46 Prozent auf 3,114 Euro an die Spitze des EuroStoxx 50. Die Versicherungsgruppe RSA Insurance Group ist laut einem Pressebericht an Geschäftsbereichen des niederländischen Konkurrenten Fortis interessiert. RSA habe die Banken JP Morgan und Merrill Lynch damit beauftragt, eine mögliche Kapitalerhöhung vorzubereiten, um die Expansion in Europa und Lateinamerika zu finanzieren, berichtete «The Sunday Telegraph» am Sonntag.


Telekomwerte gerieten nach einem Pressebericht und einer Branchenstudie in Bewegung. Vodafone und Telefonica haben der «Sunday Times» zufolge Gebote über 3,5 Milliarden Britische Pfund für die Telekom-Tochter T-Mobile UK vorgelegt. Die Deutschen zögen allerdings eine Fusion mit der Mobilfunktochter von France Telecom , Orange, vor. Zudem hatte Nomura die Bewertung für europäische Telekomwerte von «Neutral» auf «Bullish» angehoben. Telekom-Aktien legten um 2,23 Prozent auf 9,610 zu, Vodafone-Titel stiegen um 1,05 Prozent auf 134,65 Pence, Telefonica-Anteilscheine gewannen 2,04 Prozent auf 17,7350 Euro und France-Telecom-Aktien notierten 1,43 Prozent höher bei 18,100 Euro.


British Airways kletterten um 1,06 Prozent auf 191,375 Pence. Die Deutsche Lufthansa spricht der «Sunday Times» zufolge mit dem britischen Konkurrenten über den Verkauf der erst gerade übernommenen Fluggesellschaft bmi. Dem Bericht zufolge geht für British Airways die geplante Fusion mit der spanischen Iberia zwar vor. Allerdings denke das Unternehmen über eine Kapitalerhöhung nach, um den möglichen Kauf von bmi zu finanzieren. Während Lufthansa-Aktien um 0,98 Prozent auf 10,840 Euro zulegten, gewannen Iberia unterdurchschnittliche 0,12 Prozent auf 1,7310 Euro.


In Zürich sprangen Swiss Re mit einem Aufschlag von 2,79 Prozent auf 46,4800 Schweizer Franken an die Spitze des SMI. Der schweizerische Rückversicherer rechnet im Gegensatz zu Mitbewerbern in seinem Geschäft mit Preissteigerungen auf breiter Front. «Wir beobachten einen breiten Aufwärtstrend in der gesamten Rückversicherungstarifierung», hatte Michel Lies, bei Swiss Re zuständig für die Kundenmärkte, am Montag beim Branchentreffen «Rendez-vous de Septembre» in Monte Carlo gesagt.  (awp/mc/pg/12)

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