EU-Eröffnung: Schwach – Berichtssaison belastet – Vorgaben

«Der vom US-Aluminiumkonzern Alcoa ausgewiesene Quartalsverlust ist stärker als erwartet ausgefallen und hat die Sorgen der Investoren bestätigt, dass die US-Berichtssaison den Märkten zu schaffen machen wird», sagte Jimmy Yates, Kapitalmarktstratege bei CMC Markets. Alcoa hatte nach Börsenschluss am Dienstag aufgrund sinkender Nachfrage und gefallener Preise zum zweiten Mal in Folge einen Vierteljahresverlust ausgewiesen.


Bankentitel setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort. Unter den zehn schwächsten Werten im europäischen Leitindex waren allein acht Finanztitel zu finden. ING Groep , Aegon und Allianz verzeichneten erhebliche Verluste. Im Londoner Footsie gaben HSBC Holdings 3,73 Prozent auf 425,25 Pence ab. «Finanzkonzerne könnten noch weitere Verluste ausweisen», sagte Bernard McAlinden, Stratege bei NCB Stockbrokers in Dublin. Der Experte verwies zudem auf die hohe Nervosität unter den Anlegeren mit Blick auf die Berichtssaison zum ersten Quartal.


Aktien von Getränkeherstellern rückten in den Fokus. In Paris sackten Pernod Ricard mit einem Abschlag von 4,70 Prozent auf 42,41 Euro ans Ende im CAC-40-Index . Der Spirituosenhersteller plant eine Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro und verkauft seine Marke «Wild Turkey Bourbon» für 575 Millionen Dollar an Campari . Campari-Anteilsscheine gewannen in Mailand leicht hinzu. «Mit Wild Turkey holt sich Campari eine Marke von strategischer Relevanz ins Portfolio», sagte Firmenchef Bob Kunze-Concewitz. Dadurch werde sich das Premium-Angebot von Campari verbessern. In London büssten Diageo 2,44 Prozent auf 778,50 Pence ein. Die UBS kürzte ihr Kursziel von 800 auf 760 Pence. Der Abbau von Lagerbeständen sei höher als erwartet, schrieben die Analysten zur Begründung.


Nokia verbilligten sich um 1,26 Prozent auf 9,39 Euro. Der Telekomausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) will sein Standbein in den USA stärken und ist deshalb laut einem Pressebericht am Geschäft des insolventen Konkurrenten Nortel Networks interessiert. NSN habe ein Gebot für grosse Teile von Nortel vorgelegt, berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Kreise. NSN habe unter anderem Interesse an der Netzwerk-Sparte Nortels und der schnellen Mobilfunktechnologie LTE (Long Term Evolution). Sowohl Nokia als auch Siemens wollten sich der Zeitung gegenüber nicht äussern.


In London gerieten Minenaktien im Zuge der schwachen Alcoa-Zahlen unter Abgabedruck. Anglo American , Eurasian Natural , Kazakhmys büssten jeweils mehr als 3 Prozent ein.


Im STOXX 50 muss die Royal Bank of Scotland (RBS) nach den Kurseinbrüchen der vergangenen Monate nun ihren Platz im räumen. Der britische Gasproduzent BG Group rückt dafür in den Index der 50 grössten börsennotierten Unternehmen in Europa auf. Im STOXX 50 sind im Gegensatz zum EuroSTOXX 50 auch britische und Schweizer Werte sowie ein schwedischer Wert enthalten.  (awp/mc/pg/11)

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