EU-Finanzchefs bremsen Brüssel bei Regulierung des Wertpapierhandels

 Damit dürfte eine von dem irischen Kommissar in Aussicht gestellte rasche Regulierung der Sparte erst einmal vom Tisch sein, berichteten Diplomaten in Brüssel. Die EU-Finanzminister wollen diesen Kurs bei ihrem Treffen am Freitag ohne Debatte besiegeln. Da die Deutsche Börse AG auch die Wertpapierabwicklung – das so genannte Clearing – anbietet, ist die Debatte wichtig für den Finanzplatz Frankfurt. McCreevy hatte der Finanzbranche zur Kostensenkung im grenzüberschreitenden Wertpapierhandel ein Ultimatum bis Anfang August gesetzt. Falls die Branche bis dahin nicht eigene Verbesserungen vorschlage, werde es eine gesetzliche Regelung geben, hatte er gedroht.


Verbesserungen prüfen
Die Finanzminister werden die Kommission nun auffordern, bis zum Herbst mögliche Verbesserungen in der Sparte zu prüfen. Das Ultimatum McCreevys dürfte nicht mehr zu halten sein, berichteten Diplomaten. Eine Debatte der Minister über einen möglichen Zusammenschluss von Deutscher Börse und und der Mehrländerbörse Euronext ist nicht vorgesehen. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton hatte allerdings zu Wochenbeginn angekündigt, er wolle sich dazu in Brüssel äussern.


Fusionierter Börsenbetreiber nach dem Muser von Euronext
Nach Ansicht der Franzosen sollte ein fusionierter Börsenbetreiber nicht nach dem Vorbild der Deutschen Börse, sondern nach dem Muster von Euronext organisiert sein. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte der dpa in Berlin, das Geschäftsmodell der Deutschen Börse sei erfolgreich. Deren Marktkapitalisierung AG müsse bei einer möglichen Fusion bei Standort – und Personalfragen berücksichtigt werden. Am Donnerstagabend wollten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe in Brüssel treffen. Themen sollen Konjunktur und hohe Energiepreise sein. (awp/mc/gh)

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