EU-Mittag: Verluste – Einzelhändler im Minus – DSG-Gewinnwarnung belastet

Darüber hinaus sei der weiterhin hohe Ölpreis zwar Ölkonzernen zugute gekommen, habe aber gleichzeitig Sorgen um eine Abschwächung der US-Konjunktur geschürt, hiess es.


Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 verlor bis zum Mittag 0,46 Prozent auf 4.319,29 Zähler. Für den auch britische Werte umfassenden STOXX 50 ging es um 0,53 Prozent auf 3.615,39 Punkte nach unten. Der Euronext 100 sank um 0,59 Prozent auf 979,16 Zähler. In Paris fiel der CAC 40 um 0,44 Prozent auf 5.526,00 Punkte. Der Londoner FTSE 100 gab 0,23 Prozent auf 6.401,80 Zähler ab.


Titel von DSG International brachen in London nach einer Gewinnwarnung um 21,91 Prozent auf 83,75 Pence ein. Europas grösster Elektro-Einzelhändler erwartet für 2007 einen deutlich unter den Markterwartungen liegenden Vorsteuergewinnn von 40 bis 50 Millionen Pfund. Als Grund nannte DSG ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft und einen vorsichtigeren Ausblick. Im Sog der negativen Nachrichten zählten auch die Titel des Einzelhändlers Home Retail zu den grössten Verlierern im «Footsie» und sackten um 6,01 Prozent auf 301,00 Pence.


Next-Aktien verloren nach der Vorlage eines Zwischenberichtes 6,06 Prozent auf 1.565,00 Pence. Das Einzelhandelsunternehmen hat zwischen dem 29. Juli und dem 24. Dezember 2007 auf vergleichbarer Fläche einen Umsatzrückgang von 3,2 Prozent verzeichnet. Darüber hinaus gab der Einzelhändler, der vor allem Bekleidung und Möbel anbietet, für 2008 einen nach eigenen Angaben «extrem vorsichtigen» Ausblick. Negativ ist laut den Analysten von Seymour Pierce zu werten, dass Next für 2009 statt mit einem stabilen oder leicht positiven Umsatz auf vergleichbarer Fläche weiterhin mit einem Erlösrückgang rechnet.


Auch Papiere von TomTom und Philips litten laut Händlern unter der DSG-Gewinnwarnung. Analysten zufolge zeigt die Nachricht, dass es eine Obergrenze für die Verbraucherausgaben gebe. Den Experten zufolge dürfte TomTom seine Margenziele zwar erreichen, aber nicht wesentlich übertreffen. Die Aktien des Navigationsgeräteherstellers verbilligten sich um 5,22 Prozent auf 49,00 Pence und übernahmen damit an der Börse in Amsterdam die rote Laterne.


Titel des Elektronikkonzerns Philips sanken um 1,73 Prozent auf 28,44 Euro. Laut Analyst Wing-Yen Choi von Theodoor Gilissen bereiten die Verbrauchernachfrage nach Elektrowaren und mögliche Verzögerungen bei den Hardware-Bestellungen der Unternehmen den Anlegern Sorgen.


Aktien von ASML Holding gaben um 2,19 Prozent auf 20,51 Euro nach. Händler sprachen von Sorgen um eine US-Rezession als Belastungsfaktor für die Titel des Halbleiterunternehmens. Auch die schwache Kursentwicklung der Brachenkollegen in den USA am Vortag habe sich negativ ausgewirkt, hiess es.


Papiere von Persimmon fielen um 3,96 Prozent auf 752,00 Pence. Die kurzfristige Anlageempfehlung für den Titel des Bauunternehmens laute «Sell», schrieb Analyst Charlie Campbell von der UBS in einer aktuellen Studie. Der für den 9. Januar erwartete Zwischenbericht und auch die für Februar angekündigten Gesamtjahresergebnisse dürften einen erheblichen Rückgang der durchschnittlichen Marktschätzungen zur Folge haben, hiess es.


Der Anstieg des Ölpreises über die Marke von 100,00 US-Dollar sorgte hingegen für Kursgewinne bei Ölfirmen. So stiegen die Titel von Tullow Oil an der «Footsie»-Spitze um 4,34 Prozent auf 673,00 Pence. Aktien von BP rückten um 1,87 Prozent auf 628,00 Pence vor. (awp/mc/gh)

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