EU-Schluss: Eurostoxx gewinnt erneut – Banken stark

Es geht um Stresstest-Daten der 25 grössten Banken in Europa. Ziel ist, für mehr Transparenz im Finanzsektor zu sorgen. Die Offenlegung der Daten ist bis Ende Juli geplant. Das Geschehen stand ansonsten im Zeichen des «Grossen Verfalls». Demzufolge fällt der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag. Üblich sind dann kräftige Schwankungen der Kurse auch ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten.


Der Eurostoxx 50 stieg um 0,33 Prozent auf 2.737,02 Punkte. Auch Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 3,74 Prozent. Der Cac 40 in Paris rückte um 0,11 Prozent auf 3.687,21 Punkte vor, während der Londoner FTSE 100 um 0,06 Prozent auf 5.250,84 Punkte sank.


Überdurchschnittlich entwickelten sich Banktitel. Societe Generale etwa gewannen 2,95 Prozent auf 38,23 Euro, Credit Agricole kletterten an der Spitze des Eurostoxx 50 um 6,06 Prozent auf 9,876 Euro. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banken stieg um 1,79 Prozent.


Die Anteilsscheine der spanischen Banco Santander verbuchten ein Plus von 3,53 Prozent auf 9,350 Euro. Die Bank will die zum Verkauf stehenden Filialen der Royal Bank of Scotland (RBS) in Grossbritannien übernehmen. RBS-Titel gewannen derweil 0,64 Prozent.


In Bewegung waren auch einige Aktien von Pharmaunternehmen. So mussten Roche-Titel mit minus 2,45 Prozent auf 155,00 Franken deutliche Verluste hinnehmen. Hier kommt es bei der Zulassung des Diabetes-Medikaments Taspoglutide zu Verzögerungen.


In Paris rutschten Papiere von Sanofi Aventis um 3,01 Prozent auf 49,57 Euro und setzten sich damit an das Ende des europäischen Leitindex Eurostoxx 50. Händler verwiesen auf einen Bericht des Fachmagazins «Diabetes Care» von Anfang dieser Woche. Darin wurde erneut auf das möglicherweise erhöhte Krebsrisiko in Zusammenhang mit dem Wirkstoff Glargine hingewiesen.


Im Sog überwiegend negativer Branchennachrichten mussten auch andere Pharmawerte Verluste hinnehmen. So sanken Shire Pharmaceuticals um 0,48 Prozent auf 1.445 Pence und AstraZeneca um 0,45 Prozent auf 3.068 Pence.


BP-Papiere fielen in London um 1,17 Prozent auf 355,50 Pence. Die Ratingagentur Moody’s hatte die Kreditwürdigkeit des britischen Energiekonzerns um zwei Noten heruntergestuft. US-Politiker hatten sich zudem nach einem sechsstündigen Kreuzverhör im Kongress unzufrieden mit der Auskunftsbereitschaft von Unternehmenschef Tony Hayward gezeigt. Der Brite habe in der mit Spannung erwarteten Anhörung am Donnerstag in Washington die ganze Zeit «gemauert», sagte der Vorsitzende des Energieausschusses, Henry Waxman.


In Kopenhagen stiegen Aktien von Carlsberg um 1,21 Prozent auf 494,80 dänische Kronen. Unternehmensangaben zufolge ist der Streik der chinesischen Bierbrauer beendet. (awp/mc/gh/34)

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