EU-Schluss: Knapp behauptet – Bank- und Pharmawerte im Blick

Sie erholten sich aber am Nachmittag von ihren Tagestiefs, als die US-Börsen den Handel aufnahmen und leicht freundlich tendierten. Insgesamt gesehen sei die Marktstimmung nach den kräftigen Kursanstiegen vom Freitag sowie wegen Sorgen über zu teure Übernahmen leicht belastet worden, sagten Händler. Europäische Finanztitel hätten unter einem möglicherweise teuren Bieterkampf um die niederländische Bank ABN Amro gelitten und auch die Übernahme von MedImmune durch den Pharmakonzern AstraZeneca werde als zu teuer angesehen, hiess es.


Der EuroSTOXX 50 schloss mit minus 0,38 Prozent auf 4.400,12 Punkte. Im Tagesverlauf schwankte er zwischen 4.390,94 und 4.428,42 Zählern. Für den STOXX 50, der auch Schweizer und britische Werte umfasst, ging es um 0,17 Prozent auf 3.888,19 Zähler nach unten. Der Euronext 100 gab um 0,20 Prozent auf 1.035,23 Punkte nach. In Paris sank der CAC 40 um 0,36 Prozent auf 5.917,32 Zähler. Der Londoner FTSE 100 verlor 0,11 Prozent auf 6.479,70 Punkte.


Das Tauziehen um die niederländische Bank ABN Amro hat den Fokus der Anleger erneut auf den gesamten europäischen Bankensektor gelenkt. Nach wochenlangen Verhandlungen will die britische Grossbank Barclays ABN Amro übernehmen. Die am Montag vorgelegte Offerte bewertet ABN mit rund 67 Milliarden Euro. Im Zuge der Fusion soll die ABN-Tochter LaSalle für 21 Milliarden Dollar an die Bank of America gehen. Analysten rechnen nun damit, dass das Konsortium mit der Royal Bank of Scotland Group (RBoS) , Fortis und Banco Santander (BSCH) ein Gegenangebot vorlegen wird.


Die Aktien von ABN Amro gaben um 1,43 Prozent auf 35,77 Euro nach, Barclays verloren 2,27 Prozent auf 733,00 Pence. Die Titel der RBoS gewannen 0,15 Prozent auf 2.030,00 Pence, Fortis fielen um 0,67 Prozent auf 34,23 Euro und die Aktien der BSCH verloren 0,51 Prozent auf 13,78 Euro. Die Aktien der Societe Generale büssten nach dem Dementi von Fusionsgesprächen mit dem italienischen Mitbewerber UniCredit am Freitagabend nun 3,04 Prozent auf 151,35 Euro ein. Die WestLB senkte daraufhin die Bankaktie von «Add» auf «Hold».


Die Offerte von AstraZeneca für den US-Biotechkonzern MedImmune liess die Aktie des britisch-schwedischen Pharmaherstellers um 4,10 Prozent auf 2.832,00 Pence sinken. Damit war sie schwächster Wert im «Footsie». AstraZeneca bietet 58 US-Dollar pro MedImmune-Aktie oder insgesamt 15,6 Milliarden Dollar. Die Citigroup äusserte sich über den hohen Preis «nicht überrascht», verwies aber d arauf, dass die Übernahme frühestens 2009 vollzogen werden könne.


Fiat legten 1,51 Prozent auf 20,79 Euro zu. Der italienische Auto- und Industriekonzern hat im ersten Quartal seinen Gewinn mehr als verdoppelt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Telecom Italia schlossen unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags von 0,14 Euro unverändert. Ohne die Einberechnung der Dividende beendeten die Papiere den Handel 5,88 Prozent tiefer bei 2,239 Euro.


Die französische Groupe Danone ist bestrebt, ihre Auseinandersetzung mit dem chinesischen Jointventure-Partner Wahaha beizulegen. Die Aktie gewann als zweitstärkster Wert im Auswahlindex der Eurozone 1,09 Prozent auf 124,19 Euro. (awp/mc(th)

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