EU-Schluss: Mehrheitlich Gewinne – Wall Street und Finanztitel

«Die Rückkehr von Übernahmen hat der Baubranche einen Schub gegeben», sagte Chris Hossain von ODL Securities mit Blick auf den geplanten Kauf des US-Konzerns Centex durch seinen Konkurrenten Pulte Homes . «Bei den aktuell niedrigen Aktienkursen könnte eine Reihe von Übernahmen der notwendige Stimulus für einen Wiederaufbau des Vertrauens sorgen.»


Nach den schwachen Zahlen des US-Aluminiumkonzerns Alcoa verloren die Titel des Stahlherstellers ArcelorMittal 0,95 Prozent auf 17,68 Euro. Belastend wirkten auch Aussagen des Unternehmens, die jüngsten Produktionskürzungen ins zweite Quartal hinein verlängert zu haben, da die Lagerbestände nicht so schnell gesunken seien wie erwartet. Dagegen profitierten die britische Minenwerte von höheren Kupfer-, Aluminium- und Zinkpreisen. Vedanta Resources rückten um 4,04 Prozent auf 773,00 Britische Pence vor, Rio Tinto gewannen 3,84 Prozent auf 2.170,00 Pence.


Finanztitel konnten sich auch dank positiver Branchennachrichten aus den USA von ihrer Vortagstalfahrt erholen. Das US-Finanzministerium plant eine Ausweitung von Rettungsaktionen auf Lebensversicherungsgesellschaften. Im EuroSTOXX 50 legten Credit Agricole als Spitzenreiter um 8,15 Prozent auf 9,437 Euro zu, und ING gewannen 5,12 Prozent auf 5,257 Euro. In London ging es für die Aktie des Versicherungskonzerns Old Mutual um 7,76 Prozent auf 58,3 Pence hoch, was ihr den ersten Platz im «Footsie» bescherte.


Fiat-Papiere legten in Mailand um 4,28 Prozent auf 6,7000 Euro zu. Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer Chrysler sieht sich bei den Verhandlungen für seine geplante Allianz mit dem italienischen Konzern auf einem guten Weg. «Dies wäre eine grossartige Ehe mit keinerlei Überlappungen bei den Produkten oder dem Vertrieb», sagte Chrysler-Vize Jim Press.


Aktien von Getränkeherstellern rückten ebenfalls in den Fokus. In Paris sackten Pernod Ricard mit einem Abschlag von 7,09 Prozent auf 41,345 Euro ans Ende des CAC-40-Index. Der Spirituosenhersteller plant eine Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro und verkauft seine Marke «Wild Turkey Bourbon» für 575 Millionen Dollar an Campari . «Die Botschaft an den Markt ist, dass Pernod für die kommenden Quartale wenig Vertrauen in die Entwicklung der eigenen Aktivitäten hat», hiess es in einer Studie der französischen Sparkassen-Investmentbank Natixis. Campari-Anteilsscheine gewannen in Mailand 1,89 Prozent auf 4,8425 Euro.


Telefonica verbilligten sich nach einer negativen Studie um 0,79 Prozent auf 15,10 Euro. Die Deutsche Bank hatte die Titel des spanischen Telekom-Konzerns von «Buy» auf «Hold» abgestuft. Die Entwicklung im ersten Quartal dürfte unter einem zunehmenden Preisbewusstsein der spanischen Konsumenten und einem langsameren Wachstum in Lateinamerika leiden, schrieb Analyst David Wright. (awp/mc/pg/32)

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