EU-Schluss: Uneinheitlich – Nokia, Merrill lassen Gewinne schmelzen

Insbesondere ein überraschend schwacher Philly-Fed-Index am Nachmittag sorgte für gedämpfte Stimmung. Bis auf den französischen Leitindex drehten alle grossen Indizes ins Minus.


Der EuroSTOXX 50 verlor 0,62 Prozent auf 3.725,23 Zähler. In der Spitze war der europäische Leitindex noch bis auf 3.774 Punkte gestiegen. Der STOXX 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, büsste 0,83 Prozent auf 3.116,58 Zähler ein. Der Euronext 100 fiel mit 0,05 Prozent auf 863,69 Punkte nur leicht ins Minus. In Paris ging der CAC 40 mit plus 0,15 Prozent auf 4.862,14 Punkte aus dem Handel. Der britische FTSE 100 fiel um 1,09 Prozent auf 5.980,40 Punkte.


Nokia rutschten um 12,21 Prozent auf 18,40 Euro ab. Marktteilnehmer sahen ihre Erwartungen an das erste Quartal in ersten Reaktionen verfehlt. Zudem falle der Ausblick enttäuschend aus. Der wichtige durchschnittliche Geräte-Verkaufspreis (ASP) ging von 83 Euro im vierten Quartal auf 79 Euro zurück. Ein Börsianer verwies auch auf die offenbar enttäuschende Entwicklung der Mobiltelefon-Modelle im Niedrigpreis-Segment, die ein weiterer Grund für den enttäuschenden Ausblick sei.


Unterdessen profitierten vor allem Bankentitel von einer positiven Goldman Sachs-Sektorstudie. Societe Generale ragten dabei mit plus 4,31 Prozent auf 70,99 Euro an der EuroSTOXX-Spitze heraus. Goldman Sachs hatte das Votum in einer Studie zu europäischen Banken von «Neutral» auf «Buy» angehoben und die Papiere auf ihre «Pan-Europe Conviction Buy List» gesetzt. Das Kursziel hoben die Experten von 78,00 auf 93,50 Euro. Es sei zu früh für eine Entwarnung, aber an der Zeit, nach Werten mit den besten Aussichten in der bevorstehenden nächsten Entwicklungsphase der Finanzkrise zu suchen, hiess es. Besonders deutlich hoben die Experten auch ihr Kursziel für BNP Paribas an. Die Aktien verteuerten sich um 0,72 Prozent auf 67,65 Euro.


Dagegen präsentierten sich Telekomtitel auffällig schwach, wobei France Telecom ihre Kursverluste vom Vortag um 4,79 Prozent auf 19,86 Euro ausweiteten. Lehman Brothers hatte seine Einstufung für den Telekom-Service-Sektor von «Neutral» auf «Negative» gesenkt. Das Gewinnmomentum habe sich massiv verlangsamt und die Prognosen blieben anfällig, hiess es zur Begründung. Die Papiere von Telefonica senkten die Experten von «Equal weight» auf «Underweight» und die der Swisscom von «Overweight» auf «Equal weight». Telefonica rutschten um 1,69 Prozent auf 18,57 Euro, Swisscom gaben um 0,87 Prozent auf 370,75 Franken nach.


Aktien von Thomson Reuters rutschten in London zum Börsendebüt um 14,55 Prozent auf 1.680,00 Pence ab und übernahmen damit die rote Laterne im «Footsie». Händler verwiesen auf uneinheitliche Analysteneinstufungen und insbesondere einige Verkaufsempfehlungen als Belastung. So habe ABN Amro die Papiere mit «Sell» und einem Kursziel von 1.500 Pence gestartet, Experten von Collins Stewart rieten ebenfalls zum Verkauf und gaben ein Ziel von 1.420 Pence an.


Prudential verloren nach frühen Kursgewinnen zum Handelsschluss 1,17 Prozent auf 674,50 Pence. Der grösste britische Versicherungskonzern hatte sein Neugeschäft überraschend deutlich gesteigert – Händler bezeichneten die Zahlen insgesamt aber als «gemischt». SABMiller gewannen unterdessen nach einer Hochstufung der DKIB von «Add» auf «Buy» 5,27 Prozent auf 1179,00 Pence. (awp/mc/pg)

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