EU-Verlauf: Etwas fester – Finanz- und Autoaktien gefragt, Nokia im Minus

In den Fokus der Anleger rückt im Handelsverlauf noch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank, der am späteren Mittag erwartet wird.


Finanztitel profitierten von guten Nachrichten aus den USA. Die krisengeschüttelte Bank of America will die von der US-Regierung geleisteten Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 45 Milliarden Dollar (rund 30 Milliarden Euro) noch in diesem Jahr zurückzahlen. Allerdings wurde auch bekannt, dass die britischen Banken einem Bericht der «Financial Times» zufolge die grösste ausländische Gläubigergruppe des in Geldnöte geratenen Staatsfonds Dubai World sind. Dessen ungeachtet setzten sich die Papiere von Barclays mit einem satten Plus von 4,67 Prozent auf 311,40 Pence an die Spitze des britischen «Footsie». Ferner stiegen die Titel der Societe Generale als bester Wert im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 um 2,65 Prozent auf 48,955 Euro, Aktien von Intesa SanPaolo gewannen 1,95 Prozent auf 3,01 Euro hinzu.


In der Autobranche bahnt sich derweil eine weitere enge Allianz eines französischen und japanischen Autoherstellers an. Dementsprechend zählten viele Autowerte zu den Favoriten am europäischen Aktienmarkt. So kletterten Renault um 2,53 Prozent auf 34,99 Euro und PSA Peugeot Citroen stiegen um 0,57 Prozent auf 24,73 Euro. Zu Handelsbeginn waren sie noch auf bis zu 25,65 Euro nach oben geschnellt. In Mailand ging es für die Aktien von Fiat um 2,52 Prozent auf 10,58 Euro nach oben. PSA Peugeot Citroen und Mitsubishi Motors prüfen eine engere Zusammenarbeit und gegenseitige Finanzbeteiligungen. Die Titel des japanischen Autobauers waren in Tokio mit einem deutlichen Plus von 13,5 Prozent aus dem Handel gegangen.


Die Experten der Commerzbank hoben vor diesem Hintergrund die Einstufung für die Aktien von Peugeot von «Add» auf «Buy» an und erhöhten das Kursziel von 27,00 auf 30,00 Euro. Mit dieser Kooperation gehe der französische Autobauer die langfristigen strukturellen Herausforderungen an, begründete Analyst Daniel Schwarz sein neues Votum.


In London kletterten die Aktien von Kingfisher um 0,89 Prozent auf 238,20 Pence. Europas grösste Baumarktkette verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatz- und Gewinnsprung. Der Ertrag fiel höher als erwartet aus, sagten Händler.


Zudem stiegen Thomas-Cook-Anteilsscheine um 1,68 Prozent auf 217,70 Pence. Der zweitgrösste Reisekonzern Europas will einem Pressebericht zufolge den Konkurrenten Öger Tours übernehmen. Die Unternehmen verhandelten bereits über Details, berichtet die «Financial Times Deutschland» unter Berufung auf mehrere beteiligte Personen.


Verlierer indes gab es im EuroStoxx 50 nur wenige. Am Indexende fielen die Titel von Siemens um 2,13 Prozent auf 66,13 Euro und die Papiere von Nokia verloren 1,26 Prozent auf 8,59 Euro. Der deutsche Mischkonzern ist zwischen Juli und September wegen hoher Abschreibungen auf den deutsch-finnischen Telekomausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) tief in die roten Zahlen gerutscht.


Ferner liess die Europäische Kommission das Produkt Onbrez des Schweizer Pharmakonzern Novartis zur Behandlung von chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) zu. In den USA muss Novartis dagegen weiter auf die Zulassung warten. Die Titel rückten lediglich um unterdurchschnittliche 0,36 Prozent auf 56,35 Schweizer Franken vor. Auch andere, eher defensive Werte aus der Pharmabranche waren in dem freundlichen Marktumfeld weniger gefragt. Aktien von AstraZeneca etwa rückten nur um 0,31 Prozent auf 2.773,50 Pence vor. Der britisch-schwedische Pharmakonzern und das amerikanische Biotechnologie-Unternehmen Targacept wollen gemeinsam ein Antidepressiva-Medikament auf den Markt bringen. (awp/mc/ps/16)

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