EU-Verlauf: Etwas schwächer – Gewinnmitnahmen belasten

Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,21 Prozent auf 4.906,66 Punkte runter. Händler begründeten die Kursverluste mit der Entwicklung der US-Börsen am Vortag, die als Auslöser für Gewinnmitnahmen zu sehen sei. Die Tatsache, dass die US-Börsen an diesem Handelstag voraussichtlich mit einem dünnen Plus in den Handel starten dürften, reiche bislang nicht aus, um die Stimmung an den europäischen Börsen zu drehen. Tags zuvor hatte die Wall Street gestützt auf positive Konjunkturdaten zwar ihren Aufwärtstrend fortgesetzt, jedoch deutlich unter Tageshoch geschlossen. Am Nachmittag werden auch von den anstehenden US-Daten neue Impulse erwartet.


In London zählten die Titel der britischen Lloyds Banking Group mit einem Plus von 3,03 Prozent auf 111,10 Pence zu den gefragtesten Werten im FTSE. Die Bank muss einem Zeitungsbericht zufolge wahrscheinlich 500 Millionen Pfund (rund 572 Mio Euro) Schulden des Pub-Betreibers Admiral Taverns abschreiben. Die von den Familien Landesberg und Rosenberg kontrollierte Gruppe verhandele darüber, Schulden in Aktien zu tauschen, nachdem sie Kreditbedingungen nicht mehr erfüllen kann, schreibt die «Financial Times».


Die Aktien der WPP Group zählten mit einem Abschlag von 3,75 Prozent auf 500,50 Pence nach Zahlen hingegen zu den schwächsten Titeln an der Themse. Der schlechte Werbemarkt mache dem britischen Konzern in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres weiter zu schaffen. WPP rechnet aber angesichts des bereits eingeleiteten Sparkurses mit einer besseren zweiten Jahreshälfte.


Ölwerte gaben nach, die Ölpreise hielten sich nach ihren starken Vortagesverlusten kaum verändert. Am Dienstag war der US-Ölpreis von über 74 Dollar auf zeitweise deutlich unter 72 Dollar gesunken. Händler machten Gewinnmitnahmen für die starken Kursverluste verantwortlich. Tullow Oil, BP, Royal Dutch Shell und Total verloren jeweils ein bis anderthalb Prozent.


Die Titel von Heineken hielten in Amsterdam mit plus 7,47 Prozent auf 29,925 Euro an der Spitze des Amsterdam-Exchanges-Index (AEX) . Die niederländische Brauerei übertraf mit ihrem operativen Gewinn im ersten Halbjahr die Erwartungen der Analysten. Der Konzern verdiente trotz eines Rückgangs des Bierabsatzes deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Für 2009 peilt Heineken einen Zuwachs beim Nettogewinn vor Sondereffekte im einstelligen Bereich an.


In Frankreich stiegen die Aktien von Suez Environnement mit plus 7,98 Prozent auf 14,075 Euro an die Spitze des CAC-40-Index. Der französische Wasser- und Entsorgungskonzern passte nach Vorlage der Halbjahreszahlen die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Für das zweite Halbjahr rechnet Konzernchef Jean-Louis Chaussade mit einer besseren Entwicklung als in der ersten Jahreshälfte. Die Aktien von Natixis wurden wieder gehandelt und schnellten um 32,27 Prozent auf 3,053 Euro in die Höhe. Der Hauptaktionär – die französische Privatkundenbank Groupe BPCE – garantiert der Investmentbank faule Kredit in Milliardenhöhe.


Der Kurs der Swiss Life Holding sackte nach Zahlen um 5,83 Prozent auf 119,60 Franken. Der Schweizer Lebensversicherer hatte mit den fortgeführten Geschäften im ersten Halbjahr 2009 den Gewinn zwar gesteigert, die Erwartungen der Analysten aber verfehlt. Am Markt wurde von einem insgesamt enttäuschenden Zahlensatz gesprochen, einige Händler verwiesen aber auch den jüngsten Kursanstieg der Titel und sprachen von Gewinnmitnahmen. (awp/mc/ps/17)

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