EU-Verlauf: Fest – Bank-, Tech- und Stahltitel stützen vor kleinem Verfall

Der Londoner FTSE 100 stieg um 0,66 Prozent auf 4.079,60 Punkte und der CAC-40-Index gewann in Paris 1,53 Prozent auf 3.084,60 Zähler.


Zum kleinen Verfall an den Terminmärkten komme wie so oft im Mittagshandel kräftige Bewegung in den EuroSTOXX und zumeist erfolge diese in Trendrichtung, so dass es dieses Mal kräftig nach oben gehe, sagte ein Händler. Vor allem die deutlichen Kursgewinne bei den Banken-, Technologie- und Stahlwerten führten die Indizes weiter nach oben. Diese hätten bereits im Tokioter Handel zu den Favoriten gezählt und ihre zuletzt positive Tendenz fortgesetzt. Im Verlauf würden noch weitere Impulse von den mit Spannung erwarten Zahlen der Citigroup und auch von der Bilanzvorlage von General Electric (GE) erwartet. Hinzu kommt das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.


Mit Renault stand am Mittag allerdings ein Autowert mit plus 5,94 Prozent auf 23,18 Euro an der EuroSTOXX-Spitze. ArcelorMittal verteuerten sich als Stahlwert um 3,34 Prozent auf 21,335 Euro und BNP Paribas stiegen um 2,08 Prozent auf 39,50 Euro.


Neue Unternehmensdaten wurden unterdessen überwiegend negativ aufgenommen. Carrefour-Aktien fielen mit minus 2,21 Prozent auf 29,155 Euro ans EuroSTOXX-Ende. Europas grösster Einzelhändler verfehlte mit seinem ersten Umsatzrückgang in sechs Jahren die Markterwartungen. Zudem erwartet Carrefour keine deutliche Verbesserung der Marktbedingungen. Ebenfalls in Paris brachen Accor nach enttäuschenden Zahlen um 6,66 Prozent auf 29,87 Euro ein. Händlern zufolge haben die am Vorabend vorgelegten Umsatzzahlen der französischen Hotelkette für das erste Quartal enttäuscht. In den ersten drei Monaten setzte Accor 1,6 Milliarden Euro um nach 1,8 Milliarden im Vorjahr – Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,7 Milliarden gerechnet.


Ericsson-Aktien verteuerten sich um 2,50 Prozent auf 77,90 schwedische Kronen. Der Handy-Hersteller Sony Ericsson verdoppelt nach einem dramatischen Absatzeinbruch und roten Zahlen zu Jahresbeginn seine Sparanstrengungen. 2.000 weitere Mitarbeiter sollen gehen, teilte das Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Elektronikkonzerns Sony und des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson am Morgen mit. Analyst Roland Pitz von UniCredit sagte: «Die Zahlen lagen im oberen Bereich der im Rahmen der Gewinnwarnung prognostizierten Bandbreite.» Nach den Aussagen von Nokia am Vortag nähre das die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Nachfrage, sagten Börsianer. Nokia legten um weitere 1,44 Prozent auf 11,24 Euro zu. Am Vortag standen plus 9,79 Prozent zu Buche.


In Zürich gaben Zurich Financial Services (ZFS) nach einem Zukauf 1,51 Prozent auf 195,70 Franken ab. Die Aktien erholten sich allerdings klar von ihrem Tagestief bei 189,50 Franken. Der Versicherer kauft das US-Autoversicherungsgeschäft des angeschlagenen US-Versicherers American International Group (AIG) für rund 1,9 Milliarden Dollar. ZFS erwartet bereits im ersten Jahr einen positiven Beitrag des Zukaufs zum Gewinn je Aktie. Analysten stufen den Kaufpreis als «akzeptabel» ein. (awp/mc/pg/18)

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