EU-Verlauf: Fest – Dubai-Sorgen treten in den Hintergrund – Alstom, EADS

US-Konjunkturdaten wie der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes und Zahlen zu den Bauausgaben könnten am Nachmittag nochmal frische Impulse bringen. «Die Märkte erkennen nun, dass die Dubai-Krise auf die dortige Region begrenzt bleibt», sagte Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research.


Vor allem Aktien französischer Unternehmen standen am Dienstag im Mittelpunkt. Der Anlagenbauer Alstom und der Elektronikkonzern Schneider Electric kaufen die Sparte T&D (Transmission & Distribution) des Atomtechnikkonzerns Areva für 4,09 Milliarden Euro. Damit hat Frankreich eine «französische Lösung» gefunden, nachdem zuvor auch Toshiba und General Electric (GE) für die Sparte geboten hatten. Alstom steigt nun in die Weltspitze der Anbieter von Hochspannungstechnik auf. Schneider Electric wird weltweit Nummer zwei in der Kraftübertragung mit mittlerer Spannung. Alstom-Papiere sprangen daraufhin mit plus 5,58 Prozent auf 49,23 Euro an die Spitze im europäischen Leitindex. Die Anteilsscheine von Schneider Electric folgten als zweitbester Wert mit einem Aufschlag von 3,75 Prozent auf 75,62 Euro.


Vivendi legten mit plus 3,07 Prozent auf 19,78 Euro ebenfalls kräftig zu. Der Medienkonzern hat einen Vorvertrag mit General Electric (GE) über den Verkauf seines 20-Prozent-Anteils am Film- und TV-Konzern NBC Universal ausgehandelt, berichtete das «Wall Street Journal». GE will NBC Universal an Comcast verkaufen, hat aber bisher nur 80 Prozent und muss zunächst einmal die volle Kontrolle über das Medienunternehmen haben.


Titel von BNP Paribas verteuerten sich um 2,45 Prozent auf 56,35 Euro. Die französische Grossbank fasst bei der Integration des Fortis-Geschäfts kräftige Einsparungen ins Auge. Bis zum Jahr 2012 sollen die jährlichen Kosten um 900 Millionen Euro sinken, wie BNP Paribas mitteilte. Der in diesem Zuge geplante Personalabbau soll vor allem durch natürliche Fluktuation und freiwilliges Ausscheiden erreicht werden.


Aktien des Flugzeugbauers EADS landeten dagegen mit einem Abschlag von 2,18 Prozent auf 11,655 Euro als einziger CAC-40-Wert im negativen Bereich. Der französischen Zeitung «Les Echos» zufolge müssen die sieben Käuferländer des Militärtransporters A400M mit zusätzlichen Kosten von 7,4 Milliarden Euro für die 180 bestellten Flugzeuge rechnen. Ausserdem senkte die HSBC ihre Einstufung für die Titel des Luft- und Raumfahrtkonzerns von «Neutral» auf «Underweight».


In London rutschten Tui Travel mit minus 1,42 Prozent auf 242,40 Pence als einziger Wert im «Footsie» in die Verlustzone. Der Reiseveranstalter schaffte es trotz eines deutlich verbesserten Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aus den roten Zahlen. Das Management sieht das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr 2009/2010 jedoch auf Kurs und will die Dividende für das vergangene Jahr um ein Zehntel anheben.


Im Zuge des erneut auf ein Rekordhoch gestiegenen Goldpreises waren an der Londoner Börse auch Minenaktien stark gesucht. Papiere des Goldminenbetreibers Fresnillo gewannen 4,75 Prozent auf 881,75 Pence. Andere Titel aus dem Sektor wie Eurasian Natural Resources und Rio Tinto verbuchten ebenfalls kräftige Zuwächse in der Grössenordnung von 3 bis 6 Prozent. Am Dienstag legte der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) in der Spitze bis auf 1.198,70 Dollar zu. (awp/mc/pg/18)

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