EU-Verlauf: Fest – Erholung und Entspannung – Swiss Re sehr schwach

Händler sprachen von Erholungsbewegungen und spürbaren Entspannungen an den Märkten, nachdem es bislang keine weiteren Hiobsbotschaften gegeben habe. Die Aktien, die in den vorangegangenen Wochen die grössten Verluste erlitten hätten, würden sich nun wieder etwas erholen.


Der EuroSTOXX 50 stieg um 1,98 Prozent auf 2.661,65 Zähler. Der Londoner FTSE 100 legte um 1,23 Prozent auf 4.497,92 Punkte zu. Der französische CAC-40-Index gewann 1,82 Prozent auf 3.592,32 Zähler und der Swiss-Market-Index (SMI) rückte um 1,88 Prozent auf 6.350,78 Zähler vor.


Bevor am Nachmittag der Auftragseingang der US-Industrie und die angelaufene Präsidentenwahl in den Fokus rücken, sind es zunächst Quartalsberichte mehrerer Unternehmen, auf denen das Anlegerinteresse ruht. So brachen die Aktien der Swiss Re im SMI 5,42 Prozent auf 48,00 Franken ein, nachdem der Rückversicherer aufgrund deutlich höher als befürchtet ausgefallenen Schadensbelastungen und Wertberichtigungen überraschend einen Verlust von 304 Millionen Franken gemeldet hatte. Als grosse Enttäuschung wird auch das vorläufig ausgesetzte Aktienrückkaufprogramm bezeichnet. Analysten befürchten ausserdem, dass das vierte Quartal noch schlechter ausfallen könnte.


Mit plus 0,11 Prozent auf 18,97 Franken zeigten sich die UBS-Titel kaum verändert. Die Quartalsbilanz, die von der UBS bereits Mitte Oktober überraschend bekannt gegeben worden war, habe keine grösseren Überraschungen enthalten, sagte ein Händler. Ein weiterer meinte, dass der Ausblick auf das vierte Quartal zwar «schlecht» sei, doch sei das Ziel, 2009 wieder profitabel zu sein, bestätigt worden. Clariant sprangen dagegen um 16,03 Prozent auf 8,47 Franken hoch. Der Spezialchemie-Konzern überraschte den Markt mit sehr starken Ergebnissen für das dritte Quartal. Preiserhöhungen und Lageraufwertungen trugen zu dem guten Ergebnis bei. Sowohl die Zahlen als auch der Ausblick seien ermutigend, sagten Analysten.


Im Londoner «Footsie» stiegen die Aktien von Marks & Spencer nach Zahlen um 7,79 Prozent auf 238,25 Pence. Zwar sank der Gewinn des grössten britischen Textileinzelhändlers im ersten Geschäftshalbjahr um 34 Prozent im Jahresvergleich auf 297,8 Millionen Pfund, doch der Markt wurde damit positiv überrascht. BG Group gewannen nach einer Berg- und Talfahrt schliesslich 0,72 Prozent auf 910,50 Pence. Der Energiekonzern übertraf zwar beim Gewinn im dritten Quartal die Markterwartung, doch hohe Kosten zwingen BG ein sehr wichtiges Projekt zu verschieben. Dabei geht es um das Karachaganak-Projekt in Kazakhstan. Gas Natural legten nach Zahlen um 2,52 Prozent auf 25,66 Euro zu. Das Neumonatsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen des spanischen Versorgers habe mit 1,926 Milliarden Euro die Erwartungen übertroffen, hiess es am Markt.


Im EuroSTOXX waren vor allem Finanzwerte gefragt: Neben Allianz, die um mehr als 9 Prozent stiegen, gewannen ING 8,9 Prozent, Societe Generale 7,4 Prozent und UniCredit 5,9 Prozent. (awp/mc/ps/21)

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