EU-Verlauf: Schuldensorgen bestimmen weiter das Geschehen

Laut Börsianern hielten vor einem Treffen der EU-Finanzminister die Sorgen um die Schuldensituation in der Euro-Zone an und belasteten die Märkte. Unter den anhaltenden Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone litten insbesondere Banken- und Finanzwerte. Im pan-europäischen Leitindex fielen Intesa SanPaolo, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) sowie Unicredit um mehr als zwei Prozent.


Darüber hinaus spielte das Thema Übernahmen eine entscheidende Rolle am Markt. Der spanische Baukonzern ACS steht bei der geplanten Übernahme von Hochtief vor einer neuen Hürde: Der um seine Unabhängigkeit kämpfende Baukonzern findet in seinem Abwehrkampf gegen den spanischen Konkurrenten mit der Qatar Holding LLC einen «weissen Ritter». ACS-Aktien gewannen dennoch 1,34 Prozent auf 35,630 Euro hinzu.


Papiere des Luxusgüterkonzerns Hermes International fielen hingegen um 2,69 Prozent auf 146,50 Euro zurück. Hier hat sich die Eigentümerfamilie mit der Gründung einer Holding gegen ungewollte Übernahmen gewappnet. Titel des britischen Gelddruckers De La Rue verteuerten sich um etwas mehr als 20 Prozent, nachdem das Unternehmen mitteilte, ein sehr vages Übernahmeangebot erhalten zu haben. Wer der Bieter sei, teilte das Unternehmen nicht mit.


Analystenkommentare halfen indes der europäischen Chemiesparte auf die Sprünge. Goldman Sachs hatte zuvor in einer Studie die europäische Chemiebranche von «Cautious» auf «Neutral» hochgestuft. Die Renditen auf das investierte Kapital (CROCI) im europäischen Chemiesektor dürften auf neue Rekordhochs steigen und ein nachhaltiges Wachstum verzeichnen, schrieb Analyst Richard Logan in der Branchenstudie. Gründe dafür seien erwartete Änderungen der Beteiligungsportfolien, Restrukturierungen und neue strategische Ansätze. Aber auch Megatrends wie das globale Bevölkerungswachstum und der zunehmende Wohlstand in den Schwellenländern sowie Konsolidierungen in bestimmten Bereichen sollten dazu beitragen. BASF, Syngenta und Air Liquide gewannen zwischen 0,42 und 2,04 Prozent hinzu. (awp/mc/ps/10)

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