EU-Verlauf: Schwächer – Finanztitel und Rohstofftitel belasten

Auch in London ging es begab: Der FTSE 100 büsste 0,80 Prozent auf 5.201,31 Zähler ein. Im Eurostoxx gehörten vor allem Finanztitel wie die Deutsche Bank mit minus 4,43 Prozent auf 52,89 Euro und Credit Agricole mit minus 3,52 Prozent auf 14,265 Euro zu den Verlierern. Händlern zufolge sind die Eckdaten der Deutschen Bank zum dritten Quartal zwar nicht schlecht, die Bank habe unter dem Strich aber vor allem von Sonderträgen profitiert. In London drückten vorrangig die schwer gewichteten Rohstoffwerte wie Xstrata mit Verlusten von 1,90 Prozent auf 983 Pence auf den Index. Händler verwiesen angesichts des Kursanstiegs in der jüngsten Zeit auf Gewinnmitnahmen.


Aktien des britischen Süsswarenkonzerns Cadbury konnten nach einem überraschend starken dritten Quartal ihre Gewinne auf 0,25 Prozent auf 800,625 Pence ausbauen. Das potenzielle Übernahmeziel des amerikanischen Lebensmittelriesen Kraft schraubte nach einem Umsatzplus von sieben Prozent seine Jahresziele nach oben. Titel des Installationszulieferers Wolseley legten um 2,55 Prozent auf 1.449,031 Pence zu. Merrill Lynch hatte das Votum für die Aktien von «Underperform» auf «Buy» hochgestuft und das Kursziel auf 2.100 Pence mehr als verdoppelt.


Titel des spanischen Energiekonzerns Iberdrola verloren 0,40 Prozent auf 6,29 Euro. Iberdrola hielt in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sein Ergebnis praktisch stabil. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg zwar um 0,6 Prozent auf 4,951 Milliarden Euro, Analysten hatten indes etwas mehr erwartet.


In Paris gerieten die Aktien von Pinault-Printemps-Redoute (PPR) bis zum Mittag unter starken Druck. Der französische Luxuswarenanbieter und Puma-Mutterkonzern litt im dritten Quartal unter der Kaufzurückhaltung der Kunden und setzte 5,5 Prozent weniger als im Vorjahrszeitraum um. Die Papiere verloren 4,84 Prozent auf 81,05 Euro. Die Titel von Europas zweitgrösstem Autobauer PSA Peugeot Citroen lagen in Frankreich mit einem Minus von 6,00 Prozent auf 22,72 Euro am Indexende. Die Franzosen setzten im dritten Quartal 7,7 Prozent weniger um als noch vor einem Jahr. Die Titel des italienischen Autobauers Fiat gehörte nach Zahlen ebenfalls zu der Verlierern und büssten 4,01 Prozent auf 10,78 Euro ein.


Aktien von Ericsson konnten von einem Umsatzplus ihres Chip-Joint-Ventures ST-Ericsson nicht profitieren und verloren 0,83 Prozent auf 72,00 schwedische Kronen. Das im Februar 2009 gegründete 50-50-Gemeinschaftsunternehmen von Ericsson undbkonnte im dritten Quartal mehr umsetzen als im zweiten Jahresviertel und seinen Verlust verringern. STMicroelectronics selbst erlitt im dritten Quartal bei einem leichten Umsatzrückgang einen überraschend hohen Verlust, was die Aktie mit 5,01 Prozent auf 6,258 Euro ins Minus drückte.


In der Schweiz gewannen die Aktien von Synthes 2,22 Prozent auf 124,10 Schweizer Franken. Der Orthopädie-Konzern beschleunigte sein Wachstum im dritten Quartal in der wichtigsten Region Nordamerika trotz anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen. Auch mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf ist das Unternehmen vorsichtig optimistisch. (awp/mc/ps/16)

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