EU-Verlauf: Starke Verluste wegen Sorge vor Rezession in der Eurozone

Der französische CAC-40-Index gab um 5,31 Prozent auf 3.863,88 Zähler nach. Der Londoner FTSE 100 büsste 5,74 Prozent auf 4.694,44 Punkte ein. Ein Hinweis auf die künftige Entwicklung der Konjunktur im Euroraum lieferte am Vormittag ein Indikator des Analyseinstitut sentix. Demnach habe sich die Stimmung von Investoren im Oktober vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise abermals eingetrübt. Der sentix-Index sei von minus 20,2 Punkten im Vormonat auf minus 27,8 Punkte gesunken. Der Index liege damit auf dem tiefsten Stand seit Erhebungsbeginn 2002.


Im Mittelpunkt des Interesses standen vor allem die Aktien der französischen Grossbank BNP Paribas. Die Papiere reagierten im Vormittagshandel mit einer Berg- und Talfahrt auf die Übername des Finanzkonzern Fortis und rutschten gegen Mittag 3,95 Prozent auf 68,53 Euro. In einem insgesamt sehr schwachen Aktienmarkt schafften die Aktien der BNP allerdings zeitweise den Sprung in die Gewinnzone. Die Aktien von Fortis waren dagegen vom Handel ausgesetzt. Die französische Grossbank BNP übernahm die Mehrheit am restlichen Bankgeschäft des angeschlagenen Fortis-Konzerns sowie dessen belgisches Versicherungsgeschäft. In ersten Reaktionen äusserten sich Analysten positiv zur Übernahme. Experten von Cheuvreux und von Kepler Equities lobten vor allem den «guten Preis» von insgesamt 14,5 Milliarden Euro.


Die Aktien der UniCredit sind mit etwa einer Stunde Verzögerung am Morgen in den Handel gestartet. Ein angekündigte Kapitalerhöhung drückte die Papiere der italienischen Grossbank nach der Handelsaussetzung zeitweise auf ein Tagestief von 2,59 Euro. Im späten Vormittagshandel waren die Papiere der UniCredit dann erneut für kurze Zeit vom Handel ausgesetzt. Zuletzt standen sie mit 9,02 Prozent im Minus bei 2,81 Euro. Die UniCredit muss im kommenden Jahr nach eigenen Angaben rund 26 Milliarden Euro refinanzieren.


Damit sei der Refinanzierungsbedarf im kommenden Jahr geringer als 2008, sagte UniCredit-Chef Alessandro Profumo. Zuvor hatte UniCredit-Verwaltungsrat Chef Dieter Rampl Profumo die «volle Unterstützung und das volle Vertrauen» ausgesprochen. Die UniCredit hatte am Sonntagabend bekannt gegeben, neue Aktien für rund drei Milliarden Euro ausgeben zu müssen. Zudem streicht der Konzern die Bar-Dividende für 2008 und will die Aktionäre stattdessen mit eigenen Aktien am erwarteten Gewinn von 5,2 Milliarden beteiligen.


Zu den Verlierern an der Börse in London zählten die Aktien des Billigfliegers EasyJet. Nach sehr starken Verlusten zum Handelsauftakt konnten die Papiere das Minus zuletzt deutlich eingrenzen und rutschten nur vergleichsweise leicht um 1,68 Prozent auf 322 Pence. EasyJet meldete für den September bei der Zahl seiner Passagiere ein Plus zum entsprechenden Vorjahresmonat um 22,1 Prozent auf 4,198 Millionen. (awp/mc/ps/22)

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