EU-Verlauf: Überwiegend knapp behauptet – HSBC und Fortis im Fokus

Der CAC-40-Index gab um 0,08 Prozent auf 4.310,77 Zähler nach. In London legte der FTSE 100 dagegen um 0,41 Prozent 5376,80 Punkte zu und profitierte unter anderem von Gewinnen der Ölaktien. Bevor am Nachmittag neue US-Konjunkturdaten wie der Auftragseingang der Industrie für neue Impuls sorgen dürften, stehen in Europa zunächst einige Unternehmen mit Quartalszahlen im Blick der Anleger.


In London verloren HSBC nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen der Grossbank 1,94 Prozent auf 820,75 Pence. Die Grossbank hatte mit einem Vorsteuergewinn von 10,25 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr zwar einen Einbruch um 28 Prozent hinnehmen müssen, die Erwartungen der Analysten aber leicht übertroffen. Die Bank gab keinen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr. Die Lage der Weltwirtschaft bleibe «herausfordernd» und sei mit «deutlichen Unsicherheiten» versehen, hiess es.


Die Aktie des Finanzunternehmens Fortis büsste vor allem wegen des Ausblicks auf die zweite Jahreshälfte 2,58 Prozent auf 9,06 Euro ein. In den Handel waren die Titel nach Zahlenvorlage noch mit einem leichten Plus gestartet. Wegen erneuter Abschreibungen infolge der Finanzkrise war der Gewinn zwar von 1,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun 830 Millionen Euro zurückgegangen und traf damit in etwa die Markterwartung. Die Analysten von ING Securities beispielsweise, die die Aktie auf «Hold» mit einem Kursziel von 18 Euro beliessen, kritisierten aber die Aussagen zum Ausblick. Hauptrisiken gebe es hinsichtlich der Pläne zur Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit und der Integration der zugekauften ABN Amro in den Konzern. Zudem verwiesen sie auf allgemeine Marktrisiken, darunter weitere Abschreibungen auf das Kreditportfolio und weiter rückläufige Aktienmärkte.


Die Sage Group berichtete unterdessen, dass die Neunmonatszahlen den Erwartungen des Managements entsprächen und daher auch die Gesamtjahreszahlen wie prognostiziert ausfallen dürften. Das Papier stieg um 2,07 Prozent auf 202,00 Pence. Gesamtwirtschaftlich äusserte sich der Vorstandschef des Herstellers von Unternehmenssoftware, Paul Walker, aber vorsichtig über die zukünftige Entwicklung. Cazenove bestätigte daraufhin die Aktie des Herstellers von Unternehmenssoftware mit «Outperform» und verwies dabei vor allem auf den starken Cash-flow der Sage Group in den vergangenen neun Monaten. Die Analysten von Landsbanki Kepler beliessen die Aktie auf «Hold».


Die Aktien der Delhaize Group legten in Folge wie erwartet ausgefallener Zweitquartalszahlen um 1,66 Prozent auf 36,14 Euro zu. Analyst John David Roeg von der ING will zwar sein Anlageurteil für die Aktie der belgischen Supermarktkette auf «Buy» belassen, jedoch die Gewinnprognosen und das Kursziel von derzeit 58,50 Euro überarbeiten. Dabei verwies er auf den sich abschwächenden Markttrend und weiteren Druck auf die Gruppe in der zweiten Jahreshälfte. Petercam beliess die Aktie unter anderem wegen des derzeitigen Markttrends auf «Hold» und das Ziel bei 45,00 Euro.


In Paris legte der französische Industriegase-Hersteller Air Liquide Zahlen vor und bestätigte die Jahresprognosen. Der Überschuss für das erste Halbjahr fiel besser als erwartet aus, während das operative Ergebnis leicht unter den Markterwartungen blieb. Die Analysten von Landsbanki Kepler sprachen von einem sehr starken Zahlenwerk, das der Aktie Luft nach oben lasse und beliessen die Aktie auf «Buy». Das Papier gewann 1,85 Prozent auf 84,23 Euro.


Die Aktien der niederländische Verlagsgruppe Telegraaf Media Groep (TMG) notierten mit 6,49 Prozent im Minus bei 17,72 Euro. Die Gruppe ist als Grossaktionär beim Medienunternehmen ProSiebenSat.1 eingestiegen. TMG übernahm von den Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Permira 12 Prozent an ProSiebenSat.1. Eine 2007 vereinbarte Option sei am Freitag von KKR und Permira ausgeübt worden. KKR und Permira bleiben über ihre Levana-Holding mit 76 Prozent der Stimmrechte aber weiter grösster Anteilseigner bei ProSiebenSat.1.


Für die Papiere der niederländischen ASML ging es nach einem positiv aufgenommenen Ausblick auf das kommende Jahr um 1,25 Prozent auf 14,60 Euro nach oben. Der Chipindustrie-Ausrüsters hofft 2009 auf einen Aufschwung. «Es gibt verschiedene Indizien, die eine Erholung des Marktes innerhalb von 9 bis 18 Monaten wahrscheinlich machen», sagten Vorstand Klaus Fuchs und Marketingchef Antonio Mesquida Küsters der «Financial Times Deutschland» (FTD/Montagausgabe). In den nächsten Monaten erwartet Fuchs, dass die Chiphersteller Investitionen in neue Maschinen wegen der abflauenden Konjunktur verschieben. (awp/mc/ps/21)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.