EU-Verlauf: Verluste ausgeweitet – Rohstoffwerte im Minus

Die jüngsten Konjunkturdaten sorgten nicht für positive Impulse: In der Eurozone stieg der Handelsbilanzüberschuss im April wegen eines überproportionalen Rückgangs der Importe. Am Nachmittag könnten auch noch US-Daten neue Impulse bringen.


«Derzeit gibt es keinen Grund dafür, dass sich die Märkte wieder stärker entwickeln könnten», sagte Justin Urquhart Stewart, Geschäftsführer von Seven Investment Management. «Die Börsen bewegen sich bereits auf eine Sommerflaute zu.» Es fehle derzeit schlicht die Antriebskraft, die die Märkte wieder voranbringen könnte.


ArcelorMittal waren mit einem Abschlag von 6,68 Prozent auf 22,49 Euro schwächster Wert in Europas Auswahlindex. Es würden negative Nachrichten von einer Investorenveranstaltung des Stahlkochers befürchtet, sagten Händler. Sie verwiesen zudem auf den zuletzt wieder eher negativen Trend für zyklische Titel. Die Sorgen um eine konjunkturelle Erholung verstärkten sich wieder und das drücke vor allem auf die Stimmung für Rohstoffwerte. Bei Stahl habe sich das Verhältnis der Lagerbestände zu den Auslieferungen zuletzt nicht verbessert, ergänzte ein Analyst. Dies sei enttäuschend.


Minenwerte waren in London dann auch die grössten Verlierer und zogen den «Footsie» nach unten. Rio Tinto büssten über 21 Prozent ein. Vedanta verbilligten sich um 7,90 Prozent auf 1.376,00 Pence, gefolgt von Kazakhmys und Lonmin.


Sainsbury verloren 6,41 Prozent auf 310,50 Pence. Der Einzelhändler forciert seine Wachstumspläne und hat eine Kapitalerhöhung angekündigt. Sainsbury will in Grossbritannien stark expandieren und erheblich Marktanteile dazugewinnen. Pläne für eine Expansion in Übersee stünden unterdessen nicht auf der Agenda, hiess es. Der Umsatz der Supermarktkette im ersten Quartal ist einem Händlern zufolge im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Im Zuge der Kursverluste bei Sainsbury verbilligten sich auch Morrison (Wm.) Supermarkets und Tesco.


Iberdrola waren mit einem Minus von 6,43 Prozent auf 5,53 Euro ebenso unter den grössten Verlierern zu finden. Der spanische Versorger hat eine Kapitalerhöhung über 1,25 Milliarden Euro angekündigt.


An der Börse in Zürich sackten die Titel von Swiss Re mit einem Abschlag von 4,39 Prozent auf 35,68 Franken ans Ende im Swiss-Market-Index (SMI). Die Deutsche Bank hatte die Papiere von «Buy» auf «Hold» abgestuft. (awp/mc/ps/18)

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