EU-Verlauf: Verluste – Nestle nach Zahlen sehr fest – Banken schwach

Der Dow Jones Industrial hatte am Vortag nach dem Ende des elektronischen Handels in Europa 66 Punkte verloren und am Tagestief schwach geschlossen. Nach zunächst positivem Start hätten vor allem negative Signale aus dem Konsumsektor die Nervosität wieder angefacht, hiess es am Markt. Der Nikkei ging am Morgen sehr schwach aus dem Geschäft. Am Nachmittag stehen in den USA zahlreiche Konjunkturdaten auf der Agenda, wobei vor allem die Verbraucherpreise sowie der NAHB-Geschäftsklimaindex für den Immobiliensektor im Fokus stehen.


Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 gab um 0,85 Prozent auf 4.159,84 Punkte nach. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende STOXX 50 verzeichnete Abschläge von 0,66 Prozent auf 3.643,96 Zähler. Der Euronext 100 fiel um 0,87 Prozent auf 963,27 Punkte. In Paris büsste der CAC 40 1,15 Prozent auf 5.415,78 Punkte ein. Der FTSE 100 verlor 0,82 Prozent auf 6.093,30 Zähler. Die Mailänder Börse bleibt wegen des Feiertags «Maria Himmelfahrt» geschlossen.


In Zürich setzte sich die Nestle-Aktie nach starken Zahlen und der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms mit plus 6,92 Prozent auf 483,00 Schweizer Franken an die Spitze des Swiss-Market-Index (SMI) . Der Schweizer Lebensmittelkonzern hat im ersten Halbjahr trotz steigender Rohstoffkosten Umsatz und Ergebnis kräftiger gesteigert als erwartet. Für 2007 will der Konzern seine eigenen Ziele für das organische Wachstum übertreffen. Zudem kündigte er ein Aktienrückkaufprogramm über 25 Milliarden Franken an. Analysten sprachen von einem starken Halbjahresergebnis. Positiv wurden vor allem das höher als erwartete organische Wachstum sowie die Verbesserungen bei der EBIT-Marge hervorgehoben.


In London gewannen Scottish & Newcastle 1,90 Prozent auf 591,00 Pence. Händler verwiesen auf am Dienstag neu aufgeflammte Spekulationen über ein Gebot des dänischen Brauereikonzerns Carlsberg für seinen britischen Wettbewerber – Carlsberg-Titel gewannen gegen den schwachen Trend 0,14 Prozent auf 706,00 dänische Kronen.


Finanztitel gehörten dagegen wie schon am Vortag zu den grössten Verlierern. So gaben Societe Generale um 3,24 Prozent auf 115,14 Euro nach und waren damit schwächster Wert im EuroSTOXX 50. Bereits am Dienstag hatten Gerüchte belastet, die Lyxor Asset Management – eine Tochter der französischen Bank – habe Verluste bei ihren Fonds. Lyxor nannte die Spekulationen «völlig unbegründet». BNP Paribas verloren 2,61 Prozent auf 76,14 Euro, und Credit Agricole gaben um 2,03 Prozent auf 26,48 Euro nach. In London verzeichneten Northern Rock am «Footsie»-Enmde Abschläge von 3,58 Prozent auf 700,00 Pence.Standard Chartered fielen um 3,00 Prozent auf 1.550,00 Pence.


Papiere der UBS, die am Vortag zwar gute Zahlen vorgelegt, aber mit ihrem Ausblick enttäuscht hatte, wurden von negativen Analystenkommentaren belastet und verloren 2,28 Prozent auf 62,05 Franken. Die Deutsche Bank etwa senkte ihr Kursziel für die Aktie der Schweizer Grossbank von 90 auf 80 Schweizer Franken beim Rating «Buy». Goldman Sachs nahm das Kursziel von 100,00 auf 94,60 Franken zurück, bestätigte aber die «Buy»-Empfehlung.


Hennes & Mauritz (H&M) verloren nach enttäuschenden Zahlen 0,51 Prozent auf 393,50 schwedische Kronen und entwickelten sich damit leicht besser als der Markt. Die schwedische Bekleidungskette hat im Juli ihren Umsatz weniger stark gesteigert als vom Markt erwartet. Auch auf flächenbereinigter Basis blieb er hinter den Analystenprognosen zurück. Ein Händler sagte allerdings, das Bild sei nicht so düster, wie es auf den ersten Blick scheine, da die Zahlen nur leicht hinter den Markterwartungen zurückgeblieben seien.


Für CSM-Titel ging es um 5,51 Prozent auf 25,70 Euro nach unten. Der niederländische Lebensmittelprodukte-Hersteller hat im ersten Halbjahr Umsatz und operativen Gewinn weniger stark gesteigert als erwartet. Zudem wird er nach eigenen Angaben wegen der gestiegenen Rohstoffpreise und negativen Währungseffekten die für 2008 ausgegebenen Restrukturierungsziele erst ein Jahr später erreichen. (awp/mc/pg)

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