EU will Hedge-Fonds und Beteiligungsfirmen beaufsichtigen

Die FTD beruft sich auf einen der Zeitung vorliegenden Richtlinienentwurf. Die neuen Regeln seien eine Reaktion auf die Finanzkrise und sollten die Risiken an den Märkten eingrenzen. Mit der Initiative folge die Brüsseler Behörde der Vorgabe der grossen Industrie- und Schwellenländer (G20), keine wichtigen Finanzakteure mehr unbeaufsichtigt zu lassen, schreibt das Blatt. Manager von Rohstoff-, Immobilien- und Spezialfonds für Profianleger müssten sich McCreevys Plänen zufolge in Zukunft registrieren lassen.


Fonds selbst sollen nicht reguliert werden
«Die politische Aufmerksamkeit richte sich auf Hedge-Fonds und Private Equity», heisse es in dem Entwurf. «Doch es wäre kurzsichtig, eine Gesetzesinitiative auf diese beiden Kategorien alternativer Investments zu beschränken.» Die Fonds selbst und ihre Anlagestrategien wolle McCreevy indes nicht regulieren. Stattdessen sollten die Fondsmanager ihr Risikomanagement verbessern. Auch soll es Offenlegungspflichten gegenüber Aufsehern, Investoren und der Öffentlichkeit geben. Beispielsweise müssten Beteiligungsfirmen Bilanzen sowie Gewinn-und-Verlust-Rechnungen ihrer Portfoliounternehmen publizieren, wenn diese mehr als 250 Mitarbeiter und 50 Millionen Euro Umsatz haben.


Manager in die Pflicht nehmen
Manager müssten sich «verantworten für die Art und Weise, wie sie Unternehmen lenken, die im öffentlichen Interesse sind». Werde eine Firma von der Börse genommen, sollen die Publizitätspflichten der Börse noch zwei Jahre gelten. Erstmals werde von Fondsmanagern verlangt, Kapital zu hinterlegen – mindestens 125.000 Euro. Wer Vorgaben zum Risikomanagement nicht einhalte, dem drohe Lizenzentzug. Fondsmanager, die ihren Einsatz mit Fremdkapital verdoppelten, müssten den Aufsehern melden, wer ihre fünf grössten Gläubiger sind und wie hoch die Schulden ausfallen.


Neuer Rat für Systemrisiken
Die Daten sollen dem Bericht zufolge im sogenannten Rat für Systemrisiken ausgewertet werden – einem neuen Gremium, das bei der Europäischen Zentralbank angesiedelt sein solle. Bei Risiken solle die jeweilige nationale Aufsicht eingreifen. Kritiker hielten McCreevys Entwurf allerdings für unzureichend: Die Sozialdemokraten im Europaparlament etwa forderten, dass neben den Managern auch die Fonds selbst Regeln unterworfen werden – etwa durch Verschuldungsobergrenzen und ein Verbot von Leerverkäufen. Beides sei im Entwurf nicht vorgesehen. Einwände gibt es nach Informationen der Zeitung auch noch innerhalb der Kommission. Änderungen seien also möglich, bevor McCreevy seinen Vorschlag am 21. April offiziell vorstellen werde. Danach müssen Mitgliedsstaaten und EU-Parlament zustimmen. (awp/mc/ps/11)

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