Euro legt deutlich zu und steigt über 1,47 Dollar

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch auf 1,4663 (Mittwoch: 1,4574) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6820 (0,6862) Euro.


Merklich gestiegene Risikoneigung der Investoren
«Der Euro ist vor allem von einer merklich gestiegenen Risikoneigung der Investoren beflügelt worden», sagte Devisenexperte Uwe Janz vom Bankhaus M.M. Warburg & Co. Insbesondere die Erholung der Aktienmärkte habe den Risikoappetit der Anleger wieder steigen lassen, was sich auch in einem hohen Mittelzufluss in sogenannte «Carry Trades» zeige. Dabei handelt es sich um Zinsgeschäfte am Devisenmarkt, bei denen Kredite in niedrigverzinsten Währungen wie dem japanischen Yen aufgenommen und in hochverzinsten Währungen wie dem Euro angelegt werden.


Zinssenkungserwartungen könnten sich als «Wunschdenken» herausstellen
Unterstützung habe der Euro darüber hinaus von Aussagen des Bundesbankpräsidenten Axel Weber erhalten. Weber, der auch Mitglied in dem für die europäische Geldpolitik zuständigen EZB-Rat ist, hatte Markterwartungen über schnelle Zinssenkungen wie in den USA eine deutliche Absage erteilt. Derartige Zinssenkungserwartungen könnten sich als «Wunschdenken» herausstellen, so Weber. Am Dienstag hatte die US-Notenbank (Fed) den Leitzins überraschend und deutlich um 0,75 Punkte auf 3,50 Prozent gesenkt. Experte Janz rechnet bereits in der kommenden Woche mit einem weiteren Zinsschritt der Fed nach unten, was dem Euro weiteren Auftrieb verleihen dürfte.


Referenzkurse
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,74685 (0,74720) britische Pfund , 156,30 (153,50) japanische Yen und auf 1,5980 (1,5879) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 909,25 deutlich höher als am Vortag (888,25) Dollar gefixt. (awp/mc/gh)

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