Euro trotz leichter Erholung weiter unter 1,20 Dollar

Erst am Freitag war der Euro unter die psychologisch wichtige Marke von 1,20 Dollar gesunken. Die europäische Währung scheint ihren Abwärtstrend der vergangenen Monate fortzusetzen. Zum Schweizer Franken sank der Euro am Montag sogar auf ein neues Rekordtief von 1,3854 Franken. Erst am Freitag war der Euro unter die wichtige Marke von 1,40 Franken gesunken. Diese Schwelle hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) zuvor mit Interventionen lange Zeit verteidigt.


Fillon-Äusserungen
Auslöser für den jüngsten Kursrutsch des Euro zum Dollar waren zum einen Äusserungen aus Frankreich. So hatte sich Frankreichs Premierminister François Fillon am Freitag positiv zur «Parität» des Euro geäussert. Fillon bezog sich dabei aber wohl nicht auf ein mögliches Eins-zu-Eins-Verhältnis des Euro zum Dollar, sondern auf die allgemeine Wechselkursentwicklung. Der Euro reagierte mit deutlichen Kursabschlägen, obwohl die Aussagen Fillons offensichtlich nur falsch übersetzt worden waren.


Ungünstige US-Arbeitsmarktdaten
Zusätzlich wurde der Euro von ungünstigen Arbeitsmarktdaten aus den USA belastet. Nach Zahlen des US-Arbeitsministeriums vom Freitag ist der Stellenaufbau im Mai mit über 400.000 Stellen zwar sehr kräftig ausgefallen. Allerdings ging das Beschäftigungsplus fast ausnahmslos auf zeitweise Einstellungen für die amerikanische Volkszählung zurück. Obgleich die Zahlen eigentlich gegen die US-Wirtschaft und damit gegen den Dollar sprechen, flüchteten sich viele Anleger angesichts der aktuell hohen Unsicherheit in die Weltreservewährung Dollar.


Ausweitung der Schuldenkrise befürchtet
Eine zusätzliche Belastung blüht dem Euro aus Ungarn. Dort haben unlängst mehrere Regierungspolitiker die Gefahr einer Staatspleite selbst ins Gespräch gebracht. Hintergrund ist das Haushaltsdefizit Ungarns vom vergangenen Jahr, das mit 7,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) deutlich höher als erwartet ausgefallen ist. Obwohl das EU-Land Ungarn nicht zur Eurozone gehört, befürchten Investoren offenbar eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise. (awp/mc/ps/05) 

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