Eurokurs gestiegen – Russland will Alternative zum Dollar

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3890 (Montag: 1,3850) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7199 (0,7220) Euro.nbsp;


Medwedew-Forderungen stützen Euro
«Forderungen des russischen Präsidenten, Dimitri Medwedew, nach einer Ablösung des Dollar als Weltreservewährung haben den Euro gestützt», sagte Lutz Karpowitz Devisenexperte von der Commerzbank. Der Dollar soll laut Medwedew schrittweise als Leitwährung der Weltwirtschaft abgelöst werden. Ähnliche Vorschläge hatte zuvor auch schon China gemacht. Eine nachhaltige Belastung des Dollar erwartet Karpowitz jedoch nicht: «Diese Entscheidung wird von den Märkten und nicht durch die Politik getroffen. Zudem hat sich der Dollar in der Krise als sichere und liquide Währung bewährt.»


Positive ZEW-Daten
«Gestützt wurde der Euro auch durch stärker als von Volkswirten erwartet gestiegene ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland», sagte Karpowitz. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Frühindikator legte im Juni zum achten Mal in Folge zu. Er stieg um 13,7 Punkte auf 44,8 Punkte, nachdem Volkswirte lediglich mit 37,6 Punkten gerechnet hatten. Nach besser als erwartet ausgefallenen Daten vom US-Immobilienmarkt gab der Euro jedoch einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Karpowitz erwartet in den kommenden Tagen eher eine Dollar-Stärke, da die USA schneller aus der Krise kommen dürften als die Eurozone.


Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84370 (0,84720) britische Pfund, 134,78 (136,08) japanische Yen und 1,5070 (1,5110) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 934,00 (932,25) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 21.680 (21.675) Euro. (awp/mc/pg/28)

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