Eurokurs gesunken – ‚Nicht massgeblich auf EZB zurückzuführen‘

Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag 1,3512 US-Dollar, nachdem sie am Vormittag noch bei 1,3560 Dollar notiert hatte. Zwischenzeitlich sank der Euro nach Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet unter 1,35 Dollar, erholte sich aber im weiteren Handelsverlauf wieder etwas. Die EZB hatte den Euro-Referenzkurs am Mittag noch auf 1,3527 (Mittwoch: 1,3535) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7393 (0,7388) Euro.

Euro seit einigen Tagen etwas überkauft gewesen
„Trotz des engen zeitlichen Zusammenhangs sind die Kursverluste des Euro nicht massgeblich auf die Äusserungen Trichets zurückzuführen“, sagte Devisenexperte Christian Löhr von der Bremer Landesbank. So sei der Euro schon seit einigen Tagen „etwas überkauft“ gewesen, weswegen der Kursrutsch nach Trichets Rede vor allem technisch bedingt sei. Mit den Aussagen Trichtes an sich seien die Kursverluste weniger zu erklären. Lediglich eine gewisse Enttäuschung am Markt, dass sich Trichet nicht zur Geldpolitik nach Juni geäussert habe, sei als Argument für die Kursverluste denkbar, sagte Löhr.

EZB hatte Leitzinsen unverändert belassen
Die EZB hat am Donnerstag die Leitzinsen der Eurozone wi von Experten erwartet unverändert bei 3,75 Prozent belassen und zudem starke Signale für eine Zinserhöhung im Juni gegeben. Mit dem Ausdruck „starke Wachsamkeit“ habe EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Märkte auf eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf dann 4,0 Prozent im nächsten Monat vorbereitet, sagten Analysten. Die weitere Entwicklung der Geldpolitik nach Juni sei aber unsicher, da sich Trichet hierzu nicht geäussert habe.

Euro-Referenzkurs bei 1,6473 Schweizer Franken
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,68070 (0,67985) britische Pfund , 162,86 (162,35) japanische Yen und auf 1,6473 (1,6486) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 673,50 (683,00) Dollar gefixt. (awp/mc/ar)

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