Eurokurs trotz gestiegenen US-Handelsdefiztits deutlich gefallen

Das hohe Defizit in der Handelsbilanz der USA spielt am Devisenmarkt zur Zeit nur eine untergeordnete Rolle und werde nicht so bedrohlich wie vor einigen Monaten wahrgenommen, sagte Gabriele Widmann, USA-Expertin bei der DekaBank. „Entscheidender für die Märkte ist die steigende Zinsdifferenz zwischen den USA und der Eurozone.“ In den USA ist das Handelsbilanzdefizit im Februar stärker gestiegen als von Volkswirten erwartet und hat mit 61,0 Milliarden Dollar einen neuen Rekordwert erreicht.


Kein beschleunigter Zinserhöhungsprozess
Entscheidend für den weiteren Kursverlauf dürfte laut Widmann die Zinspolitik der USA sein. Weiteren Aufschluss erhoffen sich die Finanzmärkte vom Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank, das um 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Sollte hier steigende Inflationsgefahren und stärker steigende Zinsen signalisiert werden, dann dürfte der Euro erneut unter Druck geraten. Die DekaBank erwartet jedoch keinen beschleunigten Zinserhöhungsprozess. „Der Inflationsdruck in den USA ist noch nicht so bedrohlich“, sagte Widmann. Stark steigende Zinsen seien zudem ein Risiko für den privaten Verbrauch in den USA.


Referenzkurse
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6854 (0,6864) britische Pfund , 139,97 (139,76) japanische Yen und 1,5494 (1,5489) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 429,15 Dollar notiert. (awp/mc/gh)

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